Wer bei den aktuellen Bränden im Mittelmeerraum glaubt, das könne hierzulande niemals passieren, verkennt schlicht die Lage im Zeichen globaler Klimaveränderung – so Fraktionschefin Britta Haßelmann. Die anhaltende Sommerhitze lässt das Risiko für Waldbrände auch bei uns bedrohlich steigen. Der Fingerzeig der Grünen ist klar: Die Bundesregierung, allen voran Bundeskanzler Friedrich Merz, soll endlich handeln und den Ernst der Klimakrise anerkennen. In einem Positionspapier verlangen Haßelmann und weitere grüne Bundestagsabgeordnete – Julia Verlinden, Niklas Wagener, Julia Schneider und Leon Eckert – eine nationale Feuermanagementstrategie, die viel früher ansetzt als beim eigentlichen Löschen: Risikoerkennung, Vermeidung und bessere Vorbereitung sollen genauso dazugehören wie das Wiederaufbauen von zerstörter Natur. Außerdem brauche es neue Technik – etwa Drohnen, Satellitenaufnahmen und Spezialgerät wie Löschflugzeuge oder -panzer. Für all das müsse der Bund Gelder bereitstellen, etwa durch einen neuen, anwendungsbezogenen 'Waldklimafonds', nachdem der alte 2022 ausgelaufen ist. Auch Feuerwehrleute sollen mehr Ausrüstung bekommen, 50 Millionen Euro für naturnahes Waldmanagement sind im Gespräch genauso wie mehr Informationsarbeit für Bürgerinnen und Bürger. Haßelmann betont: 'Waldbrandschutz bedeutet heutzutage Schutz von Klima, Natur und Menschen gleichermassen. Und er muss vor dem allerersten Funken anfangen.'
Die Forderung der Grünen nach einer nationalen Feuermanagementstrategie für Deutschland gründet sich auf die zunehmende Gefahr von Waldbränden im Zuge des Klimawandels auch in Mitteleuropa. Dazu sollen nicht nur klassische Brandbekämpfung, sondern vor allem Risikoprävention und Monitoring, moderne technische Hilfsmittel sowie der Wiederaufbau zerstörter Flächen gehören. Neueste Berichte zeigen, dass sich in Deutschland wegen häufiger Trockenperioden und Hitzewellen die Feuergefahr tatsächlich verschärft – gerade in trockengelegten Wäldern steigen die Einsatzzahlen für Feuerwehren, wobei Experten schon länger eine koordinierte, ressortübergreifende Strategie und bessere Ausstattung fordern. Quervergleiche mit anderen europäischen Ländern machen deutlich: Schnelle Satellitenerkennung und Frühwarnsysteme können entscheidend sein. Die Grünen greifen mit ihrem Vorstoß auch Kritik von Verbänden und Katastrophenschützern auf, die die aktuelle Förder- und Forschungslandschaft als unzureichend bezeichnen und einen neuen 'Waldklimafonds' als Investition in unsere biologische und soziale Zukunft ansehen.