Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel richtig elektrisierend: Marokko suchte dringend den Führungstreffer, biss sich aber immer wieder an der niederländischen Defensive und dem starken Verbruggen die Zähne aus. Und dann nutzten die Niederländer einen der wenigen Lichtblicke: Cody Gakpo traf in der 72. Minute – das sah schon sehr nach Entscheidung aus. Doch es kam anders. Die Nachspielzeit hatte noch eine Überraschung parat: Issa Diop, Marokkos zäher Verteidiger, sorgte mit seinem Ausgleichstor für kollektives Raunen im Stadion. In der Verlängerung war dann eher Zermürbung angesagt – zwei Teams, die keine Fehler machen wollen, neutralisieren sich fast schon beispielhaft.
Das Elfmeterschießen mutierte zum Nervenspiel: Vergebene Chancen auf beiden Seiten, kein Schönheitspreis, aber Spannung satt. Schließlich war es Ismael Saibari, der mit eher Eis in den Nerven als Blut, Marokko in die nächste Runde schoss. Jetzt wartet am Samstag in Houston Co-Gastgeber Kanada.
Das Duell Marokkos gegen die Niederlande im WM-Sechzehntelfinale lässt sich schwer in ein einziges Gefühl packen: Es war nervenaufreibend, zwischen Hoffnung und Enttäuschung pendelnd, mit einem Ausgang, der bis zur letzten Minute offenblieb. Tatsächlich konnte man sowohl taktisch – Marokkos konsequentes Pressing und schnelle Umschaltmomente – als auch emotional beobachten, wie wichtig Routiniertheit bei Elfern ist. Ergänzend berichteten mehrere Online-Portale und Sportmagazine von der hitzigen Atmosphäre im Stadion, einigen Diskussionen rund um Schiedsrichterentscheidungen sowie der bemerkenswerten Treffsicherheit der marokkanischen Elfer-Schützen, die in der Statistik bisher zu den überzeugendsten dieses Turniers gehören. Darüber hinaus ist es bemerkenswert, dass Marokko mit diesem Erfolg den mittlerweile fünfzehnten Sieg eines afrikanischen Teams in einer WM-K.o.-Runde markiert – ein weiterer kleiner Meilenstein. Kanadas Team, das nun im Achtelfinale wartet, wird ebenfalls nicht unterschätzt, zumal sie am Vortag eine solide Vorstellung gegen Südkorea zeigen konnten.