NRW-SPD: Jochen Ott fordert entschlossenes Vorgehen gegen AfD – Bundesratsinitiative im Gespräch

Jochen Ott, SPD-Fraktionschef und Spitzenkandidat für die anstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, hat Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) dazu aufgefordert, noch vor der Wahl 2027 gemeinsam einen Antrag zum AfD-Verbot im Bundesrat einzureichen. "Wenn die juristische Lage stimmt, muss der Staat handeln", betont Ott gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen-Media.

08.07.26 15:02 Uhr | 2 mal gelesen

Ott lässt keinen Zweifel an seiner Haltung: Als Ministerpräsident, so erklärt er, würde er eine Bundesratsinitiative für ein Parteiverbot der AfD anschieben. Und er macht Wüst ein Angebot: "Lasst uns das parteiübergreifend, noch vor der Landtagswahl, mit allen Kräften der demokratischen Mitte umsetzen." Die AfD entferne sich, so Ott weiter, Schritt für Schritt weiter von demokratischen Grundwerten. Wer sein Kreuz bei dieser Partei mache, müsse wissen, dass sie die Fundamente des gesellschaftlichen Miteinanders angreife, Minderheitenrechte infrage stelle und mit Begriffen wie "Remigration" Positionen vertrete, die im klaren Widerspruch zum Grundgesetz stünden. Insbesondere blicke er mit wachsender Sorge auf den NRW-AfD-Landesverband: Martin Vincentz, laut Ott, sei kaum mehr als ein Deckmantel; tatsächlich gewännen immer stärker nationalistische Kräfte die Oberhand. "Ich fürchte, die Radikalen werden die Richtung vorgeben." Ein neues Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte komme zu dem Schluss, dass ein Verbotsverfahren inzwischen erfolgversprechender sei als es die Risiken rechtfertigen würden. Ott resümiert: "Wir sollten nicht länger zögern." Ministerpräsident Wüst, der die AfD schon als "Nazi-Partei" bezeichnete, bleibt bisher zurückhaltend, was einen konkreten Verbotsantrag angeht: Der Weg vor das Verfassungsgericht müsse absolut "sattelfest" vorbereitet sein, so seine bisherige Argumentation.

Jochen Ott drängt darauf, dass die demokratischen Parteien keine Zeit mehr verstreichen lassen: Ein AfD-Verbotsverfahren über den Bundesrat sei, auch angesichts neuer juristischer Bewertungen, überfällig. Das Thema ist heikel und polarisiert, doch laut einem aktuellen Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte gibt es inzwischen stärkere Argumente für den Schritt, als die Risiken, die ein mögliches Scheitern birgt. Politische Gegner warnen jedoch, ein Vorstoß müsse fachlich tadellos abgesichert sein, um nicht einer weiteren Radikalisierung in die Hände zu spielen. – Seit einiger Zeit gewinnt die Idee eines parteiübergreifenden Vorgehens gegen die AfD in Deutschland Zulauf; prominente Stimmen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutieren öffentlich über die Chancen und Herausforderungen eines Parteiverbots. Die gesellschaftliche Debatte ist mit Emotionen und juristischen Detailfragen gleichermaßen aufgeladen: Einerseits besteht in Teilen der Bevölkerung ein spürbares Bedürfnis, rechtsradikalen Tendenzen Einhalt zu gebieten; andererseits gibt es Bedenken, dass ein Verbot die AfD eher in eine Märtyrerrolle drängen oder zu einer Verschärfung gesellschaftlicher Konflikte beitragen könnte. Trotzdem werden in verschiedenen Bundesländern sowie auf Bundesebene Initiativen und juristische Gutachten vorangetrieben, um eine rechtssichere Grundlage für ein mögliches Verbot auszuloten, wie auch Diskussionen und Entwicklungen der letzten Tage zeigen.

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