Ostern: Spritpreise treiben viele in die Züge

Mitten in den Feiertagen und angesichts hoher Spritkosten lassen zahlreiche Reisende das Auto stehen – das Schienennetz ächzt unter dem verstärkten Andrang.

heute 09:34 Uhr | 3 mal gelesen

Die Züge der Deutschen Bahn sind zu Ostern so gefragt wie selten. Bahnvorständin Evelyn Palla spricht von einer regelrechten Buchungswelle, wesentlich heftiger als erwartet. Kein Wunder eigentlich, wenn man die aktuellen Spritpreise bedenkt – einige Verkehrsträger jubeln da klammheimlich. Besonders Strecken zwischen Berlin und München, Köln und Frankfurt erleben regelhafte Engpässe. Eine frische Umfrage zeigt: Knapp 36 Prozent der Menschen ändern ihre Pläne wegen der Tankpreise – es wird also anders gereist, teils auch gar nicht mehr. Die Bahn reagiert innovativ (naja, eher pragmatisch): Mehr Züge nach Sylt, Sonderverbindungen in den Schwarzwald und direkt runter an den Bodensee. Sogar Italien ist jetzt noch schneller erreichbar – mit dem Launch eines Expresszugs direkt von München an die Adria. Trotzdem: Die Warnung bleibt, Hauptreisetage drohen zu platzen. Tipp am Rande: Wer flexibel ist und Feiertagsgedränge meiden kann, sollte auf Karsamstag oder Ostersonntag ausweichen. Man will ja nicht im Waggon stehen. Doch nicht alles läuft reibungslos – Baustellen und Ersatzbusse sorgen lokal für Frust, etwa im Südwesten.

Das Osterwochenende steht für viele Deutsche dieses Jahr unter dem Zeichen der hohen Benzinpreise und veränderter Mobilität: Immer mehr Menschen wechselten auf die Schiene, was zu einer deutlichen Auslastung von Fernzügen führt – besonders auf beliebten Nord-Süd- sowie Ost-West-Trassen. Die Bahn setzt zusätzliche Züge sowie neue Direktverbindungen ein, etwa zum Bodensee oder erstmals als ÖBB-Railjet Richtung italienische Adria. Zeitgleich warnen Experten wegen anhaltender Baustellen und überfüllten Zügen: Wer flexibel plant, findet aber noch Lücken im Fahrplan. Laut Berichten aus der aktuellen Tagespresse sieht man, dass gerade die klimabewusste jüngere Generation und Familien mit Kindern verstärkt den Zug bevorzugen, auch weil Klimaanekdoten und Diskussionen um Energieversorgung angesichts der internationalen Krisen um den Iran und den Ölmarkt neue Fahrt aufgenommen haben. Laut „Tagesschau“ (1. April) werden die Spritpreise nun auch zunehmend zum Wahlkampfthema und sorgen für Streit unter Koalitionsparteien, insbesondere rund um das künftige 49-Euro-Ticket und weitere Subventionen des öffentlichen Nahverkehrs.

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