Reiche lässt Option auf höheren Spitzensteuersatz offen

Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin der CDU, hält eine Anhebung des Spitzensteuersatzes für durchaus möglich.

heute 10:00 Uhr | 2 mal gelesen

Lars Klingbeil von der SPD hat sich unlängst für höhere Lohnsteuern bei den Top-5-Prozent-Gehaltsverdienern ausgesprochen – durchaus ein heikles Thema in der aktuellen Gemengelage. Reiche wurde dazu befragt, zögerte mit einer klaren Antwort und meinte wörtlich gegenüber der 'Bild am Sonntag': 'Ich sage nichts. Ich schließe nichts aus.' – für Politikerverhältnisse fast schon bemerkenswert offen. Entscheidend, so betonte sie, sei letztlich nur, dass ein umfassendes 'Reformpaket' zustandekommt, das dem Namen auch gerecht wird. Gleichzeitig drängt sie auf Steuersenkungen für Unternehmen: Die Körperschaftsteuer sollte, am liebsten schon 2027 statt erst 2028, reduziert werden. Das, sagt Reiche, wäre ein kräftiges Signal an Investoren, dass es sich wieder lohne, in Deutschland aktiv zu werden. Die Geschwindigkeit der geplanten Reformen ist ihr klar zu langsam: Aus ihrer Sicht stehe 'das Ganze – wenn nicht auf fünf vor zwölf, dann immerhin dicht davor'. Vor der Sommerpause sollte das Paket geschnürt und verabschiedet sein, so ihre Mahnung. Die in den letzten Monaten explodierten Spritpreise will Reiche teils durch eine vorübergehend erhöhte Pendlerpauschale abfedern. Sie habe diesen Vorschlag selbst gemacht und schlägt vor, dass die Mehrausgaben aus den gestiegenen Mehrwertsteuereinnahmen durch hohe Spritpreise beglichen werden. Wie hoch genau die befristete Erhöhung ausfallen soll, verriet sie allerdings nicht.

Katherina Reiche bleibt beim Thema Spitzensteuersatz bewusst vage und setzt ihren Schwerpunkt auf Unternehmenssteuern und rasche Reformen, um die deutsche Wirtschaft zu entlasten. Während die Koalition um Meinungen ringt, besteht unter Experten Uneinigkeit über die tatsächliche Wirksamkeit einer Spitzensteueranhebung, speziell im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Aktuelle Medienberichte zeigen, dass ebenso die Reform der Pendlerpauschale als dringend angesehen wird, insbesondere angesichts anhaltend hoher Energiepreise, während wirtschaftliche Unsicherheiten und Wachstumsprognosen die Reformdiskussion zusätzlich verschärfen. Erweiterte Details: Wirtschaftsverbände warnen davor, mit einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes die Attraktivität des Standorts weiter zu schwächen – sie favorisieren stattdessen Entlastungen bei Unternehmenssteuern. Das geplante Reformpaket wird von allen Seiten als essenziell bezeichnet, jedoch mahnen Ökonomen größere inhaltliche Klarheit an, um Lost-in-Reformdiskussionen zu vermeiden. Auch in der Bevölkerung wächst der Druck auf die Regierung, rasch spürbare Maßnahmen gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten – allen voran im Bereich Mobilität – zu ergreifen.

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