Eine aktuelle Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wirft einen nüchternen Blick auf den Status quo: Direkt bieten etwa neun Prozent der Firmen bereits eigenen Wohnraum für ihre Mitarbeiter an. Dazu kommt noch etwa ein Fünftel der Betriebe, das immerhin indirekt Unterstützung liefert – sei es durch Zugang zu internen Wohnungsmärkten oder durch Hilfe bei Maklergebühren.
Interessant: Die große Mehrheit der befragten Unternehmen erkennt durchaus Vorteile von Mitarbeiterwohnungen – nicht nur bei der Anwerbung von Fachpersonal (das sagen 58 %), sondern auch in Sachen Mitarbeiterbindung über die Jahre hinweg (immerhin 55 % sind davon überzeugt). Trotzdem bleibt die Bereitschaft, in die Breite zu investieren, gering. Mit knapp zwei Dritteln beklagen viele Arbeitgeber schwierige Bedingungen rund um die Anmietung, jede zweite Firma fürchtet Partnerschaftsprobleme mit Wohnungsanbietern, und fast 40 Prozent sehen vor allem zu hohen Aufwand – sowohl finanziell als auch organisatorisch.
IW-Fachmann Philipp Deschermeier betont, dass Wohnungen für Beschäftigte im Ringen um kluge Köpfe ein echter Standortfaktor sein könnten – vorausgesetzt, die Informationslage verbessert sich und die Kommunen genehmigen flexibler Wohnungsbauvorhaben direkt an den Arbeitsplätzen. Sein Appell ist klar: "Profitieren könnten alle, wenn Chefs, Wohnungswirtschaft und Behörden entschlossener an einem Strang ziehen würden – Mitarbeiter, Unternehmen und letztlich auch der angespannte Wohnungsmarkt." Die Realität allerdings: Die große Koalition aus Willen, Geld und Möglichkeiten bröckelt noch.
Der IW-Bericht sieht deutsche Firmen bei Mitarbeiternwohnungen äußerst zurückhaltend aufgestellt. Zwar erkennen viele Betriebe Chancen für die Personalwerbung und -bindung, die Umsetzung scheitert aber oft an rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Hürden sowie mangelnden Kooperationen mit der Wohnungswirtschaft, wie die letzten Entwicklungen zeigen. Auch neuere Recherchen bestätigen: Wachsende Mietpreise in vielen Städten, stockender Wohnungsbau und teils zögerliche Kommunen verschärfen die Lage und lassen besonders in Ballungszentren und bei Mittelständlern Handlungsbedarf erkennen.