Die AfD gehe derzeit offensiv auf Kurs absolute Mehrheit und wolle, so Schulze im Gespräch mit der "Rheinischen Post", die SPD aus dem Landtag drängen. Sollte das eintreten, so Schulze wörtlich, drohten "gewaltige Unruhen" im gesamten Land. Laut aktuellen Umfragen kommt die CDU auf 25 bis 26 Prozent, die SPD dümpelt bei sechs bis sieben Prozent, während die AfD mit satten 38 bis 41 Prozent führt. Schulze selbst sieht sich zwar in Sachen Direktmandat nach nur 100 Tagen im Amt "klar vorne", sagt aber, es gehe jetzt weniger um bundespolitische Proteste als vielmehr um die nächsten fünf Jahre in Sachsen-Anhalt. Er wolle um jede einzelne Stimme kämpfen. Schulze stellt zudem klar: Die AfD könne man längst nicht mehr als bloß ostdeutsches Phänomen abtun. Zur Diskussion über eine mögliche Schlüsselwahl für Kanzler Scholz meint er nur knapp – die Verwerfungen reichten längst nach Berlin, Details müsse er hierzu nicht weiter ausführen, vor allem angesichts der Tatsache, dass Sachsen-Anhalt ab Oktober 2026 den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz übernimmt. Auf Fragen zur Zusammenarbeit mit den Linken – dem sogenannten Unvereinbarkeitsbeschluss – möchte er sich aktuell kein weiteres Urteil erlauben.
Sven Schulze äußert sich in der aktuellen Debatte bemerkenswert deutlich: Sollte die AfD tatsächlich die absolute Mehrheit erringen, rechnet er mit weitreichenden politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erschütterungen – und zwar nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch bundesweit. Die Entwicklung signalisiert einen grundlegenden Wandel im Parteiensystem sowie Unsicherheiten über Koalitionsbildungen und die Rolle etablierten Parteien, wobei die CDU-Spitze weiterhin deutlich auf Abgrenzung setzt. Hinzugefügt: Laut Recherchen der letzten Tage wächst auch in anderen ostdeutschen Ländern der Druck, da die AfD in Umfragen teils an der 40-Prozent-Marke kratzt; Bundespolitiker und Verfassungsschützer beobachten die Entwicklung mit Sorge, zudem diskutiert die Presse intensiv, ob und wie Brandmauern zu halten sind. Das Thema schlägt Wellen bis in die Wirtschaft, wo Unsicherheit über Standortbedingungen und Imagebefürchtungen wachsen.