Wie der 'Spiegel' berichtet, tüftelt das Bundeskanzleramt momentan daran, wie die berühmte Kanzlergalerie neu gestaltet werden könnte. Im Gespräch ist eine sogenannte Petersburger Hängung – ein ziemlich kunstvoller Trick, bei dem Gemälde in unterschiedlichen Formaten dicht an dicht gehängt werden, zuweilen fast ein bisschen chaotisch, jedenfalls lebendiger als das bisherige Nebeneinander in Reih‘ und Glied.
Bis dato hängen die Portraits von Adenauer bis Schröder im ersten Stock des Gebäudes brav nebeneinander – aber so langsam wird’s eng: Direkt neben Schröder, gemalt von Jörg Immendorff, passt lediglich noch ein weiteres Bild gleicher Dimension. Doch stehen schon zwei neue Werke auf der Warteliste: Zum einen Angela Merkel, noch ohne festen Termin fürs finale Porträt, und dann irgendwann Olaf Scholz, dessen künstlerische Verewigung ebenso auf sich warten lässt.
Details? Fehlanzeige. Das Merkel-Büro hält sich bedeckt und will Informationen irgendwann ‚zu gegebener Zeit‘ preisgeben. Und im Scholz-Lager? Auch da ist alles offen; über das zukünftige Bildnis will sich offenbar niemand festlegen. Was daraus wird – das bleibt vorerst ein spannendes Ratespiel.
Im Kern ringt das Kanzleramt mit der Frage, wie die Erinnerungsstücke an die Regierungschefs – genauer gesagt ihre Portraits – künftig arrangiert werden sollen. Der Vorschlag, die Petersburger Hängung zu nutzen, ist dabei vielleicht pragmatisch, aber auch ein wenig ein Ausdruck davon, wie schnell sich Geschichte auf engstem Raum verdichtet. Bemerkenswert dazu: Im Gespräch der letzten Tage wurde auch der Symbolcharakter solcher Portrait-Galerien zur Sprache gebracht – immerhin spiegeln sie das Selbstverständnis politischer Geschichtsschreibung wider.
Ergänzend haben internationale Beispiele gezeigt, dass Galerien in Regierungsgebäuden nicht nur einen musealen Charakter haben, sondern zunehmend mediale Aufmerksamkeit und Diskussionen nach sich ziehen. Übrigens gab es jüngst auch Kritik, dass Frauenporträts wie das von Merkel bislang eine Ausnahme blieben – ein Thema, das an Aktualität gewinnt (Stand: Juni 2024). Außerdem hat sich laut taz ein kleiner Wettbewerb zwischen bekannten Künstlerpersönlichkeiten entsponnen, wer eines Tages Merkel oder Scholz porträtieren darf.