Gauck zu Bundespräsidentschaft: „Muss keine Frau werden“

Joachim Gauck äußert sich gelassen und offen zur Debatte um das nächste Staatsoberhaupt und plädiert für Vielfalt – nicht nur beim Geschlecht.

heute 16:46 Uhr | 4 mal gelesen

Auf einem Diskussionsabend des 'Stern' in Hamburg wurde der Ex-Bundespräsident Gauck nach seiner Haltung zur Nachfolge im höchsten Amt gefragt. 'Ich habe tatsächlich einst gesagt, eine katholische Intellektuelle als Bundespräsidentin würde mir gefallen', so Gauck. 'Aber es ist nicht zwingend, dass unbedingt eine Frau gewählt werden muss.' Persönlich hätte er zwar nichts dagegen, so der 86-Jährige weiter. Entscheidend sei für ihn jedoch vielmehr, dass der Mensch bereit sei zuzuhören, Haltung zeige und Erfahrung in sich trage, von der andere profitieren könnten. 'Das Geschlecht ist am Ende nicht ausschlaggebend, sondern die Persönlichkeit.' Konkrete Namen als Vorschläge wollte er der Öffentlichkeit, wenig überraschend, auch diesmal nicht verraten.

Joachim Gauck positioniert sich entspannt in der Debatte um das nächste deutsche Staatsoberhaupt und betont, dass nicht das Geschlecht, sondern charakterliche und menschliche Qualitäten entscheidend sind. Er öffnet somit das Feld für alle Bewerber*innen – unabhängig von etwaigen Repräsentationsdebatten, obwohl auch er eine Frau an der Spitze durchaus gutheißen würde. Interessant: In aktuellen Medien und Kommentaren ist das Thema Diversität bei politischen Spitzenpositionen weiterhin sehr präsent, allerdings werden konkrete Namen für das Amt meist aus taktischen Gründen nicht frühzeitig genannt. Aktuelle Entwicklungen um Bundespräsidentschaft und Gleichstellung zeigen, dass in Deutschland zwar einerseits das Ringen um Repräsentation auf vielen Ebenen geführt wird, andererseits aber Stimmen wie Gaucks den Fokus auf individuelle Eignung lenken. Noch immer wird lebhaft diskutiert, ob durch explizite Frauenförderung alte Strukturen aufgebrochen werden oder ob dies letztlich 'Quoten-Frauen' schafft, wie auch in aktuellen Analysen auf großen deutschen Nachrichtenwebseiten zu lesen ist. Besonders im Zusammenhang mit der jüngsten Diskussion um das Spitzenpersonal im politischen Berlin ergeben sich neue Perspektiven: Nicht Geschlecht, sondern Kompetenz, Integrität und Kommunikationsfähigkeit geraten zunehmend ins Zentrum der Erwartungen.

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