Pflegeversicherung: Finanzloch größer als erwartet

Das Minus in der gesetzlichen Pflegeversicherung wächst stärker als gedacht – und sprengt die bisherigen Schätzungen deutlich. Aktuellen Informationen zufolge soll das Defizit nicht, wie zunächst kommuniziert, lediglich sechs Milliarden Euro betragen. Vielmehr geht man nun von einem Fehlbetrag von über 7,5 Milliarden Euro aus, den Gesundheitsministerin Nina Warken den Ländern im Rahmen der Pflegeversicherungsreform vorgestellt hat.

heute 17:22 Uhr | 4 mal gelesen

Die Lücke im Topf der Pflegeversicherung klafft weiter auseinander: Im kommenden Jahr wird sie Prognosen zufolge mehr als 7,5 Milliarden Euro betragen, wie jüngst durchgesickert ist. Bereits die ältere Zahl – sechs Milliarden Euro – war erschreckend, aber der neue Wert ist regelrecht alarmierend. Nicht nur das: Ministerin Warken warnt sogar davor, dass das Defizit bis zum Jahr 2028 auf über 15 Milliarden Euro ansteigen könnte. Was da nach vorn rollt, ist also kein reines Rechenproblem, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung ersten Rangs. Woher das Geld herkommen soll, steht in den Sternen. Die Politik steht unter Druck; die Versicherten wohl noch mehr. Auch abseits nüchterner Zahlen stellt sich die Frage: Was sagt das eigentlich über unser Bild vom Altern? Und ist das der Anfang einer plötzlich ganz ernüchternden Debatte über den Wert solidarischer Pflegewege?

Die gesetzliche Pflegeversicherung gerät zunehmend unter finanziellen Druck: Die zuletzt veröffentlichten Zahlen belegen, dass die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben sich stärker vergrößert als bislang angenommen. Gesundheitsministerin Nina Warken korrigierte bei der jüngsten Präsentation des geplanten Neuregelungsgesetzes die Schätzungen nach oben – nun wird für 2025 ein Loch von mindestens 7,5 Milliarden Euro prognostiziert, mittelfristig könnten es bis 2028 sogar über 15 Milliarden sein. Gründe für die wachsende Finanzierungslücke liegen in steigenden Pflegekosten, demografischem Wandel und der mangelnden Anpassung der Beitragssätze an die tatsächlichen Ausgaben. Zusätzliche Belastungen entstehen durch die Erhöhung von Pflegeleistungen und den wachsenden Anteil von Menschen im höheren Alter, wodurch sich das System zunehmend auf wackeligem Grund befindet. In der öffentlichen und politischen Debatte rücken deshalb Lösungen wie höhere Beiträge, private Vorsorge oder eine grundlegende Reform immer stärker in den Vordergrund.

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