Johann Wadephul von der CDU macht deutlich, dass Europa sich nicht länger auf die Supermacht USA verlassen will, wenn es um Verhandlungen im Ukraine-Krieg geht. Die E3 – Deutschland, Frankreich, Großbritannien – wollen nicht nur vermitteln, sondern offenbar mit eigenen Ideen vorangehen und so den festgefahrenen Gesprächen neues Leben einhauchen. Laut neuen Presseberichten wird dabei auf eine engere Abstimmung mit Washington und Kiew gesetzt, wobei Skepsis bleibt: Die europäischen Regierungen stehen unter Zeitdruck, denn die russische Offensive läuft unvermindert weiter und die öffentliche Stimmung in Europa schwankt zwischen Kriegsangst und Unterstützung der Ukraine. Neuere Medienbeiträge zeigen außerdem den wachsenden Unmut: In Frankreich mehren sich die Stimmen für mehr europäische Souveränität gegenüber den USA, während britische Diplomaten vor Blockaden warnen. Brisant ist, dass die EU-Kommission parallel noch immer an weiteren Wirtschaftssanktionen arbeitet, von denen bislang unklar ist, wie stark sie tatsächlich Russland treffen oder Europa selbst belasten. ({aktuelle Ergänzung nach Recherche:} Die letzten beiden Tage haben weitere Details ans Licht gebracht: So betont 'Die Zeit', dass die diplomatische Initiative auch mit neuen militärischen Zusagen einhergehen könnte. Die FAZ hebt hervor, dass in Brüssel eine Debatte darüber entbrannt ist, wie unabhängig Europa bei Waffenlieferungen und Energieversorgung handeln kann. Außerdem berichtet ‚taz‘, dass insbesondere osteuropäische Staaten die E3-Initiative begrüßen, aber zugleich skeptisch sind, ob diese nicht zu spät kommt.)