„Wenn wir an Sicherheit auf Bahnhöfen wirklich ernsthaft arbeiten wollen, führt aus unserer Sicht an einem noch strengeren Umgang mit Alkohol kaum ein Weg vorbei“, erklärte Andreas Roßkopf, Vorsitzender der GdP bei der Bundespolizei, gegenüber der Rheinischen Post am Donnerstag. Er betonte, dass ein Verkaufsverbot für Alkohol in Bahnhofsläden während der späten Abendstunden zur Eindämmung der Gewalt beitragen könne. „Die Zahlen zeigen: Viele Übergriffe und aggressive Vorfälle passieren im Zusammenhang mit stark betrunkenen oder unter Drogeneinfluss stehenden Personen.“ Als Positivbeispiel nannte er den Kölner Hauptbahnhof, wo nach der Einführung des Verbots spürbar Ruhe eingekehrt sei. „Die früher üblichen Trinkgelage und aggressive Gruppen – das hat hier deutlich abgenommen. Wer eigentlich nur wegen Alkohol dorthin kam, bleibt heute fern“, fasste er zusammen. Allerdings betonte Roßkopf, dass Präventivmaßnahmen vor allem dann wirkten, wenn mehr Polizeikräfte vor Ort seien: „Uns fehlen enorm viele Leute, schon rund 3.500 an den Bahnhöfen, die die Streifen für Präsenz und schnelle Hilfe durchführen könnten.“ Auch die Deutsche Bahn meldet laut der Zeitung, die Stimmung habe sich an Alkoholverbotsbahnhöfen spürbar verbessert – mit weniger Konflikten, erhöhter Sauberkeit und einem friedlicheren Reisegefühl.
Die Diskussion um Alkoholverbote an Bahnhöfen gewinnt durch die Forderung der Polizeigewerkschaft erneut an Dynamik. Während erste Pilotprojekte, etwa in Köln, laut Angaben der Polizei zu weniger Aggressionen und einem entspannteren Klima geführt haben, wird insbesondere auch auf die Problematik der personellen Unterbesetzung bei den Ordnungskräften verwiesen. Gleichzeitig wird von Seiten der Deutschen Bahn betont, dass neben der Sicherheitslage auch die Sauberkeit auf den Stationen seit Einführung der Verbote deutlich besser geworden sei. In der öffentlichen Debatte kommen jedoch auch Stimmen auf, die befürchten, dass solche Verbote lediglich Symptome bekämpfen und Menschen mit Suchtproblemen an den Rand drängen, statt langfristige Lösungen zu schaffen. Erste Recherchen zeigen zudem, dass Alkoholkonsumverbote bereits in anderen europäischen Ländern, wie in Großbritannien oder Skandinavien, seit Jahren zum Standard gehören und dort als erfolgreich gelten, was die Zahl alkoholbedingter Übergriffe angeht.