Nimmt man die jüngste Forsa-Befragung für „Stern“ und RTL als Stimmungsbild, herrscht bei der Bevölkerung zum Teil deutliche Ablehnung. Gerade mal 35 Prozent empfinden die Ideen als stimmig, während 61 Prozent sie kritisch sehen – und ein kleiner Anteil gibt an, keine Meinung dazu zu haben. Besonders die Einschränkung oder gar das Aus der Minijobs spaltet: Fast sieben Millionen Menschen arbeiten so, überwiegend Frauen, und profitieren bislang davon, dass sie keine Sozialabgaben leisten müssen. Auch die Änderungen an der abschlagsfreien Frührente nach 45 Berufsjahren lösen heftigen Widerspruch aus, vor allem, weil meist Männer mit geradlinigen Karrieren profitieren. Allgemein schlägt die Anpassung des Rentenalters an die Lebenserwartung hohe Wellen. Nebenbei setzen sich die Experten mit der Beamtenversorgung auseinander und regen an, Pensionen stärker an die gesetzliche Rente anzupassen.
Das Meinungsbild zeigt einen klaren Unterschied: Unter Berufstätigen empfinden 69 Prozent die Vorschläge als ungerecht, bei Rentnern sind es immerhin noch knapp die Hälfte. Parteienanhänger urteilen unterschiedlich; CDU/CSU (57 Prozent) und Grüne (52 Prozent) erkennen häufiger einen fairen Ausgleich, wohingegen bei SPD, Linken und AfD dieser Eindruck deutlich seltener geäußert wird.
Es bewegt sich etwas im deutschen Rentensystem, aber nicht unbedingt in Richtung größerer Akzeptanz: Große Teile der Bevölkerung empfinden die Vorschläge der Regierungskommission als unausgegoren und vor allem unfair. Viel Kritik gibt es an der geplanten Abschaffung von Minijobs, die insbesondere viele Frauen betrifft, und an der Neuordnung der Frühverrentung, von der bislang eher männliche Besserverdiener profitieren. Ergänzend dazu machen sich Experten und Medien zunehmend Sorgen um die Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt, Altersarmut und die Übergänge zwischen Beamtenpensionen und gesetzlicher Rente, wie aktuelle Beiträge auch auf FAZ, Zeit und anderen Seiten deutlich zeigen.