Rheinmetall fordert von der Politik nicht zuletzt mit Blick auf den anstehenden Nato-Gipfel in Ankara endlich klarere Verhältnisse: Was Papperger anspricht, ist ein Problem, das nicht nur Rüstungsunternehmen betrifft, sondern die gesamte europäische Verteidigungsfähigkeit. Die Forderung nach fixen Abnahmegarantien und finanziellen Vorleistungen steht dabei für eine engere Verzahnung von Staat und Rüstungsindustrie, ohne die der Ausbau moderner Produktionskapazitäten kaum möglich erscheint. Gerade in Hinblick auf sich abzeichnende geopolitische Risiken, den fortlaufenden Krieg in der Ukraine und die Unsicherheit über die künftige Rolle der USA in der Nato wächst der Druck, binnen kurzer Zeit eine robustere, eigenständigere Rüstungsindustrie aufzustellen. Aktuell kursieren in deutschen und europäischen Rüstungskreisen zahlreiche Überlegungen, wie sich die immense Nachfrage nach Munition, Panzern und High-Tech-Systemen in konkrete Aufträge überführen lässt. Die Diskussion berührt auch zentrale Fragen zur europäischen Souveränität, etwa, ob ein eigenständiges Verteidigungsbündnis künftig denkbar ist – oder die Abhängigkeit von den USA bleibt. Unterm Strich steht: Mehr Zusammenarbeit und Investitionen gelten inzwischen nicht nur als wirtschaftlicher Vorteil, sondern als sicherheitspolitische Notwendigkeit. Ergänzt: Am Rande des Nato-Gipfels herrscht angesichts der Wahl in den USA wachsende Unsicherheit, ob die transatlantische Zusammenarbeit in gewohnter Stärke bleibt. Viele Staaten drängen auf eigenständige europäische Fähigkeiten, doch bislang fehlt es ausgerechnet an der verbindlichen politischen Unterstützung, die für die nötigen Investitionen zwingend wäre. Rheinmetall und andere Konzerne drängen daher auf eine Zeitenwende nicht nur bei den Budgets, sondern im Miteinander von Staat und Industrie.