Christian Schuchardt, seines Zeichens Hauptgeschäftsführer des Städtetags, sprach sich gegenüber der Zeitung aus: Grundsätzlich sei die Zuckersteuer ein Schritt in die richtige Richtung, sofern das Geld an Ort und Stelle wirke. Kommunale Gesundheitsdienste könnten mit diesen Mitteln endlich Beratungen in Quartieren, Schulen und Kindergärten aufstocken und Sportprojekte besonders für Kinder und Jugendliche stärken. Die Prävention gegen Volkskrankheiten wie Diabetes oder Übergewicht finde eben dort statt, wo man direkt an die Menschen herankommt – im Alltag, im Park, auf dem Schulhof. Schuchardt sieht die kommunalen Gesundheits- und Sozialsysteme an vorderster Front der Belastung: 'Wenn zu viel Zucker zu Schäden führt, trifft es zuerst unsere Strukturen in den Städten', erläutert er. Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, da die große Koalition ohnehin eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke im Rahmen der Gesundheitsreform einführen möchte – mit dem Ziel, langfristig die Finanznöte der Krankenkassen zu lindern. Klingt erstmal logisch, fragt sich trotzdem: Wird die Steuer wirklich da ankommen, wo sie Sinn macht?
Der Städtetag fordert nicht nur eine konsequente Weiterreichung der Zuckersteuer an die Kommunen, sondern sieht darin einen dringend nötigen Baustein für städtische Gesundheitsarbeit – besonders bei Kindern und Jugendlichen. Neuere Debatten drehen sich allerdings auch darum, wie wirksam eine solche Steuer überhaupt ist: Während einige Länder wie Großbritannien Rückgänge beim Zuckerkonsum vorzeigen, bleibt Skepsis gegenüber Verlagerungseffekten und der sozialen Gerechtigkeit. Übrigens: Laut aktuellen Berichten aus der Süddeutschen Zeitung rechnen auch Ernährungswissenschaftler mit positiven Impulsen – aber nur, wenn begleitende Maßnahmen und Aufklärung nicht fehlen.