Interessant ist der Balanceakt, mit dem Papperger sich gegen den Vorwurf wehrt, Rheinmetall sei zu mächtig geworden. Vor ein paar Jahren war noch das Gegenteil der Vorwurf: deutsche Rüstungsschmieden zu schwach, kaum Konkurrenz zu den Branchenriesen weltweit. Jetzt, da Rheinmetall wächst, sei man plötzlich das nächste Monopol – Papperger klingt dabei ein wenig genervt, irgendwie verständlich. Am Rande lässt er durchblicken, dass er eventuell nicht ewig bleiben will, auch wenn sein Vertrag noch Jahre läuft. Sollte er irgendwann andere Wege einschlagen – auch außerhalb der Waffenbranche, er führt Firmen im Immobilien- und Elektronikbereich –, glaubt er fest, dass der Konzern gut aufgestellt ist. Natürlich, es werde anders weitergehen – aber vermutlich nicht schlechter. Vielleicht ein bisschen wie bei Fußballtrainern: Der nächste Ansatz kommt bestimmt.
Der Wegfall des Fregatten-Projekts F126 ist ein drastischer Rückschlag für Rheinmetall, zumal das Unternehmen bereits in Vorleistungen ging und/oder Investitionen in den maritimen Sektor geplant waren. Die politische Entscheidung gegen Rheinmetall – und für die Fregatten von TKMS – sorgte für spürbare Turbulenzen am Aktienmarkt und ruft alte Debatten über Machtkonzentration in der deutschen Rüstungsindustrie hervor. Interessanterweise bleibt Papperger trotz Rückschlags optimistisch und zeigt sich überzeugt, dass Rheinmetall auch künftig – mit oder ohne ihn an der Spitze – erfolgreich bestehen wird. In den letzten 48 Stunden berichtete die Süddeutsche Zeitung ebenfalls über den Fregatten-Auftrag und legte offen, wie der Wechsel des Auftragnehmers für viel Unruhe in der deutschen Rüstungsbranche sorgte. Die Bundesregierung verteidigt dabei ihre Entscheidung, um flexibler und kostensparender agieren zu können, was aber auf erhebliche Kritik bei Betroffenen stößt (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)). Auf zeit.de wird zusätzlich beleuchtet, wie die politische Unsicherheit bei großen Beschaffungsvorhaben derzeit allgemein zugenommen hat und dass viele Beobachter „Planungssicherheit“ für deutsche Rüstungskonzerne einfordern, um internationale Konkurrenzfähigkeit zu sichern (Quelle: [Zeit Online](https://www.zeit.de)). Taz.de richtet den Fokus auf den Machtkampf zwischen unterschiedlichen Werften und die Frage, wie sich das auf die zukünftige Strategie im Verteidigungsministerium auswirken könnte; speziell wird hervorgehoben, dass die Branchenlandschaft im Wandel ist und sich die Auswahl von Partnern im Bereich Kriegsschiffbau künftig weiter polarisieren könnte (Quelle: [taz.de](https://taz.de)).