Ganz so klar ist es nicht, ob die Nato jemals wirklich im Persischen Golf eingreifen würde. Rutte meint: "Sollte unser Beistand gewünscht werden, sind wir natürlich bereit zu unterstützen" – so stand es am Mittwoch im 'Handelsblatt'. Aber dann rudert er gleich zurück: Ein Engagement der Nato sei nicht unbedingt das Erste, das einem in den Sinn komme. Die Geschichte des Bündnisses steckt trotzdem voller Beispiele, bei denen man außerhalb des eigenen Territoriums aktiv war – daran erinnert Rutte auch. Apropos Geschichte: Bevor der Nato-Gipfel in Ankara über die Bühne geht, versucht Rutte im Hintergrund offenbar, den langlebigen Trump’schen Groll zu beruhigen – die alten Vorwürfe, Europa habe die USA im Umgang mit dem Iran hängen lassen, sind noch nicht vom Tisch. Frankreich und Großbritannien stemmen momentan die Koalition, die sich um Minenräumung in der Straße von Hormus kümmert. Rutte lobt deren Vorgehen als "hervorragend". Ein Nato-Einsatz? Auf absehbare Zeit unwahrscheinlich, sagt er, aber wer weiß, was noch kommt. Voraussetzung allerdings: Eine echte Friedensperspektive sowie Irans Ja-Sagen. Realistisch ist beides momentan nicht. Auch die deutsche Marine hat zwei Schiffe ins eher sonnige Dschibuti geschickt – als Zeichen der Bereitschaft, doch SPD-Minister Pistorius zeigt sich skeptisch, wie lange das wirklich noch Sinn macht. "Ewig wird man dort nicht auf den Einsatz warten", so Pistorius, der gemeinsam mit Kanzler Merz und Rutte vor der Presse stand. Ein bisschen klingt das wie: Es wäre nett, aber wir wollen jetzt auch mal wieder nach Hause.
Rutte stellt einen Nato-Einsatz im Persischen Golf nicht in Aussicht, solange keine anhaltende Befriedung oder die Zustimmung des Iran vorliegt – beides scheint aktuell utopisch. Aktuell liegt die Initiative in der Region vor allem bei den Marineeinheiten Frankreichs und Großbritanniens, während Deutschland zwar Bereitschaft zeigt, aber einen Rückzug seiner Schiffe erwägt. Das militärische Vorgehen in der Straße von Hormus bleibt damit vorerst Sache einzelner Staaten, während die Nato abwartet und offen bleibt für künftige Entwicklungen.
Erweiterte Recherche zeigt, dass gemäß aktuellen Berichten westliche Allianzen vorsichtig bleiben, um eine Eskalation mit dem Iran zu vermeiden. NATO-Partner setzen auf diplomatische Signale, während einzelne Staaten ihre Präsenz am Persischen Golf teils bereits reduzieren. [Weitere Details: In den letzten 48 Stunden gab es keine signifikanten Eskalationen in der Region, internationale Beobachter heben aber die fragile Sicherheitslage hervor und verweisen auf wiederkehrende Spannungen zwischen israelischen, amerikanischen und iranischen Interessen.]