Manuela Schwesig wehrt sich gegen die häufig zu hörende Behauptung, die Rente mit 63 diene nur den heutigen Älteren. Im Gegenteil – sie denke vielmehr an die jungen Menschen. Wer, so fragt sie rhetorisch, könnte es denen ernsthaft erklären, dass sie als 16-Jährige starten und dann am längsten einzahlen müssten, während Spätstarter früher raus könnten? Diese Vorstellung erscheine ihr schlichtweg ungerecht. Sie spricht sogar geradlinig davon, dass in diesen Wochen viele junge Leute im Handwerk jobben – und gerade diese frühen Berufseinsteiger dürften am Ende nicht die Gelackmeierten sein. Man merkt ihrer Argumentation an: Sie will so eine Art generationenübergreifendes Fairness-Prinzip etablieren. Dennoch bleibt offen, wie die Finanzierung langfristig aussehen soll – das scheint sie eher auszuklammern. Man könnte davon halten, was man will, aber einleuchtend ist ihr Gerechtigkeitsbegriff schon, zumindest auf den ersten Blick.
Schwesig plädiert für die Fortführung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren, auch für künftige Generationen. Ihr Argument fußt darauf, dass junge Menschen, die früh ins Arbeitsleben starten, nicht benachteiligt werden dürfen. In der aktuellen Debatte rücken allerdings Fragen zur Stabilität und Finanzierung des Rentensystems immer stärker in den Vordergrund. Neuere Artikel diskutieren zudem, wie sozial gerechte Lösungen gestaltet werden können, um insbesondere körperlich belastende Berufe zu entlasten. Expertenwarnungen vor einer Schieflage des Generationenvertrags infolge des demografischen Wandels werden lauter, während die SPD betont, dass eine Umgestaltung nur mit Rücksicht auf Gerechtigkeit möglich sei.