Selbstmordanschlag auf Moschee in Peshawar fordert zahlreiche Tote – Unruhe in Pakistans Grenzregion

Ein brutaler Selbstmordanschlag erschüttert eine Moschee nahe des Polizeihauptquartiers in Peshawar. Mindestens 16 Menschen verlieren ihr Leben, während pakistanische Behörden Alarm schlagen und die Sorge um die angespannte Sicherheitslage zwischen Afghanistan und Pakistan wächst.

heute 14:02 Uhr | 2 mal gelesen

Freitagmittag, als eigentlich Gebet und Routine das Bild bestimmen sollten, detonierte plötzlich Explosives in einer Moschee – ausgerechnet dort, wo die Angst um Sicherheit und Zusammenhalt oft am größten ist.

Ein Angriff wie aus dem Nichts

Übereinstimmenden Berichten zufolge raste ein Sprengstofffahrzeug geradewegs auf den Eingang der Moschee los. Es zerriss die friedvolle Atmosphäre; die Expolsion war so heftig, dass sogar in benachbarten Polizeigebäuden die Scheiben bebten. Kurz darauf: ein hektischer Schusswechsel zwischen Sicherheitskräften und Angreifern. Mindestens ein Täter wurde nach Angaben der Polizei zur Strecke gebracht. Zulfikar Hameed, Provinz-Polizeichef, spricht offen von einem gezielten Selbstmordanschlag.

Politische Empörung und menschliche Ratlosigkeit

Premierminister Shehbaz Sharif ließ sich sofort zitieren: scharfe Verurteilung, Anteilnahme mit den Angehörigen, dringende Rettungsanweisung. Die Straßen rings um die Moschee füllten sich schnell mit Sicherheitsleuten und Nothelfern, Verletzte wurden ins Krankenhaus eilends abtransportiert. Während Spezialisten nach möglichen weiteren Sprengsätzen suchten, versuchte man, inmitten dieses Chaos ein Stück Kontrolle zurückzugewinnen.

Wer steckt dahinter? Die Unsicherheit bleibt

Bisher hat sich keine Gruppe zu dem Massaker bekannt. Im Raum stehen ISIL-nahe Einrichtungen oder die Taliban Pakistans (TTP). Beide Gruppierungen gelten als gut vernetzt und verüben immer wieder gezielte Anschläge gegen Polizei und Behörden. Hinzu kommen die Spannungen mit dem Nachbarn Afghanistan: Islamabad sieht die Taliban-Regierung dort als möglichen Unterstützer für militante Gruppen – eine Behauptung, die Kabul stets vehement abstreitet.

Gefährliche Routine an der Grenze

Der Anschlag ist leider kein Einzelfall und reiht sich fast nahtlos in eine Kette von Attacken in den Grenzgebieten ein. Die Nähe zur Polizei spricht Bände – der Staat, so scheint es, wird auch an seinen eigenen Bastionen herausgefordert. Vor allem in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa wiederholt sich dieses Muster an Gewalt und Unsicherheit, begleitet von üblen Erinnerungen und einer wachsenden Angst in der Bevölkerung.

Zwischen Hoffnung und politischer Sackgasse

Was folgt daraus? Für viele ist die Antwort ernüchternd: erhöhtes Misstrauen, verschärfte Kontrollen, mehr Unsicherheit. Die Politik gibt sich kampfeslustig, doch die Vorwürfe gegen Afghanistan erschweren gemeinsame Lösungsansätze. Währenddessen wächst im Alltag der Menschen in Peshawar die Sorge, dass keineswegs nur «Schauplätze» wie Polizeiquartiere oder Moscheen ins Fadenkreuz geraten. Es kann jeden treffen, jederzeit.

Ermittlungen im Nebel

Solange die Urheberschaft ungeklärt bleibt, bleibt auch die Strategie zur Bekämpfung eines solchen Terrors in der Schwebe. Wird sich eine der bekannten Gruppen bekennen? Oder steckt gar eine neue Dynamik hinter dem Anschlag? Letztlich ist es für Beobachter – und viele Bürger – eine beklemmende Frage: Kann es in dieser Region noch Zusammenarbeit, Sicherheit und so etwas wie Normalität geben, oder bleibt alles eine einzige, unruhige Grauzone?

Der jüngste Anschlag auf eine Moschee in Peshawar mit mindestens 16 Todesopfern reiht sich in eine besorgniserregende Serie von Attacken entlang der afghanisch-pakistanischen Grenze ein. Neben dem offensichtlichen Ziel, Sicherheitskräfte zu treffen, zeigt der Angriff wie fragil die allgemeine Lage vor Ort und das Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Bevölkerung derzeit sind. Obwohl viele Hinweise auf lokale ISIL-Ableger oder die pakistanischen Taliban (TTP) deuten, bleibt die Verantwortung bislang ungeklärt, was Ermittler und Politik vor weitere Probleme stellt. Gleichzeitig ist das Klima zwischen Pakistan und der Taliban-Regierung in Afghanistan massiv belastet: Während Islamabad der Nachbarregierung vorwirft, Militanten Rückzugsräume zu bieten, wehrt sich Kabul gegen die Vorwürfe und spricht von unfairen Anschuldigungen. Beobachter machen darauf aufmerksam, dass dieser Konflikt die Terrorismusbekämpfung zusätzlich lähmt, da grenzüberschreitende Kooperationen bislang selten effektiv zustande kommen. Laut Berichten aus internationalen Medien ist die Zahl der Angriffe auf Moscheen, Märkte und Polizeieinrichtungen seit Jahresbeginn auffällig gestiegen, was den Alltag in der Region immer bedrohlicher werden lässt – ein Trend, der bei vielen Bewohnern irgendwann zu Resignation führen könnte.

Markant ist ebenfalls die Diskussion in pakistanischen Medien darüber, ob die bisherige Sicherheitspolitik und Anti-Terror-Strategie ausreichend sind oder nicht einen grundlegenden Wechsel brauchen; Stimmen aus der Zivilgesellschaft fordern einen kritischeren Umgang mit den Ursachen des Terrors und mehr Schutz für die am stärksten Betroffenen.

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