SPD fordert längere Übergangsfrist für das Aus der Rente mit 63

Die SPD pocht darauf, Betroffenen bei der Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 mehr Zeit zum Umstellen einzuräumen – und widerspricht damit dem Eiltempo der Union.

06.07.26 00:02 Uhr | 5 mal gelesen

Mal ehrlich, viele Menschen planen ihr Leben – genauer gesagt ihr berufliches Ende – nicht mal eben auf Zuruf um. Annika Klose, die SPD-Fachfrau für Sozialpolitik, hat das mit Nachdruck klargemacht. Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie, dass man denen, die schon auf die abschlagsfreie Frührente hingearbeitet haben, jetzt nicht einfach die Tür vor der Nase zuschlagen dürfe. Verständlich, denn etliche haben Verträge zur Altersteilzeit unterschrieben, die sich über einige Jahre ziehen. Klose findet: Zwei Jahre Umstellungszeit sind eindeutig zu wenig, fünf Jahre sollten es schon sein, damit niemand ins kalte Wasser fällt. Ihr Unions-Kollege Pascal Reddig sieht das anders und will die Änderung am liebsten sofort. Beide waren übrigens Mitglieder der Rentenkommission, aber die Blickwinkel könnten kaum gegensätzlicher sein. Die Kommission schlägt vor, die heutige abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren ganz abzuschaffen und sie nur noch in besonderen Härtefällen – nach eingehender Gesundheitsprüfung – zuzulassen. Wie streng das Ganze gehandhabt werden soll, ist noch offen. Klose setzt sich dafür ein, dass die Schwelle zur Härtefallprüfung niedriger liegt als bislang etwa bei der Erwerbsminderungsrente. Erst ein Check beim Hausarzt, erst dann – falls nötig – eine Begutachtung durch Spezialisten der Rentenversicherung. Für die SPD ist das mindestens ein Schritt, um die Partei bei diesem heiklen Thema nicht auseinanderbrechen zu lassen.

Die Diskussion um die Zukunft der abschlagsfreien Rente mit 63 sorgt derzeit für reichlich Zündstoff in der Politik, besonders zwischen SPD und Union. Die SPD, allen voran Annika Klose, setzt sich für eine fünfjährige Übergangszeit ein, damit Menschen, die auf die Regelung gebaut haben, nicht plötzlich ohne Perspektive dastehen – auch um notwendige Akzeptanz für Reformen zu sichern. Die Union hingegen drängt auf eine deutlich schnellere Umsetzung; die Einigung über Details wie die Ausgestaltung von Härtefallregelungen steht noch aus. Laut aktuellen Medienberichten (u. a. FAZ und Zeit) wird die Reform vor allem mit Blick auf die demografische Entwicklung und die anhaltende Stabilität der Rentenfinanzen diskutiert, wobei die Vorstellungen über Umsetzung und soziale Abfederung in der Koalition auseinander gehen.

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