SPD-Linke drängen auf Neubestimmung der deutschen Außenpolitik

Vertreter des linken Spektrums in der SPD-Bundestagsfraktion und ihr außenpolitischer Sprecher verlangen von der Bundesregierung einen neuen außenpolitischen Kurs nach dem jüngsten UN-Debakel.

heute 00:03 Uhr | 2 mal gelesen

Laut Meldung des "Stern" reicht es dem linken Flügel der SPD-Fraktion offenbar. Nachdem Deutschland bei der Wahl zum nichtständigen UN-Sicherheitsratssitz durchgefallen ist, fordern sie lautstark Konsequenzen. In einem Positionspapier, das merklich selbstkritisch ausfällt, steht: Das Ergebnis sei ein Weckruf – Zeit, den eigenen Kurs gründlich zu überdenken. Sie verlangen, dass das Völkerrecht ohne Vorzugsregeln umgesetzt wird: Keine Extrawürste, keine doppelten Maßstäbe. Ebenso drängen sie darauf, bei der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit nicht den Rotstift anzusetzen, sondern vielmehr stabile Finanzierung sicherzustellen. Alles andere – also viel kommentieren, sparen und sich zurückziehen – hält die Gruppe für den falschen Weg. Der außenpolitische Sprecher der SPD, Adis Ahmetovic, fasste gegenüber dem "Stern" zusammen, dass die deutsche Außenpolitik zurzeit festgefahren sei: Bei Gesprächen zur Ukraine sitze man nicht mit am Tisch, im Nahen Osten verschärften sich die Krisen, und Deutschland schaue meist zu oder zahle – das reiche nicht. Für ihn ist klar: Veränderung ist Pflicht. Besonders bitter: Anfang Juni verweigerten fast die Hälfte der Mitgliedsstaaten Deutschland die Stimme für den Sicherheitsrat – ein Misstrauensvotum sondergleichen, wie es das Positionspapier der SPD-Linken beschreibt. Für sie ein historisches Scheitern – die Konsequenzen müssten jetzt kommen.

Kern der aktuellen Debatte sind die schlechten Ergebnisse Deutschlands bei der Wahl zum UN-Sicherheitsrat: Fast die Hälfte der UN-Mitglieder verweigerten ihre Stimmen, was deutlich macht, wie stark das internationale Vertrauen in die deutsche Außenpolitik bröckelt. Die Parlamentarische Linke der SPD-Fraktion fordert deshalb ein Ende der Doppelmoral, stabile finanzielle Zusagen bei Entwicklungspolitik und humanitärer Hilfe sowie einen überarbeiteten, aktiveren außenpolitischen Ansatz, der nicht nur auf Kontrolle und Kommentieren beschränkt bleibt. In den letzten Tagen wurde deutschlandweit diskutiert, dass Berlin bei zentralen globalen Themen wie der Ukraine oder im Nahostkonflikt außen vor bleibt und sich mit einer Nebenrolle begnügt, was die Forderungen nach Umdenken und mehr Engagement verstärkt. Recherche-Update: In aktuellen Leitartikeln der FAZ und der Süddeutschen Zeitung wird dieses außenpolitische Dilemma weiter vertieft. Die FAZ hebt beispielsweise hervor, dass Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht und mahnt an, diplomatische Kompetenzen und konsistente Wertehaltung wieder zu stärken (Quelle: FAZ). Die Süddeutsche analysiert, wie außenpolitische Isolation droht, wenn Kommunikation und Strategie weiterhin schwach bleiben (Quelle: Süddeutsche Zeitung). DW.com betont in einer aktuellen Analyse die Notwendigkeit, multilaterale Ansätze offensiv zu erneuern und nicht nur auf das freundliche Image zu setzen – auch in Erwartung einer neuen internationalen Ordnung (Quelle: DW.com).

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