Eigentlich könnte man meinen, so eine beispiellose Hitzewelle, bei der fast 10.000 Menschen in nur einer Woche sterben, würde in den Reihen der Bundesregierung irgendein Echo auslösen. Doch laut Katharina Dröge bleibt der Kanzler merkwürdig stumm – nicht einmal ein Wort des Bedauerns sei von Merz zu hören, wie sie gegenüber 'T-Online' anmerkte. Diese Lethargie sei politisch schlicht untragbar. Besonders für Menschen in Pflege- oder Gesundheitseinrichtungen, oft alt oder gesundheitlich angeschlagen, wird die Hitze zur tödlichen Gefahr. Dass Gesundheitsminister Linnemann hier mehr Schutz organisieren soll, klingt für Dröge nicht nach Raketenwissenschaft: "Einfach mal machen", fordert sie, am besten sofort.
Noch einen Gang legt die Grünen-Chefin nach, wenn sie ein Notfallprogramm für klimafreundliche Kühlung vorschlägt. Es sei Zeit, die Verantwortung für den Schutz vor Hitzetod nicht länger auf klamme Kommunen abzuschieben. Klimaanpassung sei Aufgabe aller – nicht nur Wunschdenken der Grünen. Und während Dröge ohnehin für entschieden schärfere Klimapolitik wirbt, spart sie nicht mit Seitenhieben gegen Wirtschaftsministerin Reiche und ihre aus ihrer Sicht kontraproduktiven Gesetze. Der Totalschaden, so ihre Worte, sei längst eingetreten, wenn die Regierung nicht umsteuere.
Doch zurück zu den Zahlen: Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass allein in der Woche vom 22. bis zum 28. Juni 9.600 Menschen durch die Hitze gestorben sind. Kaum auszumalen, was die kommenden Jahre bringen, wenn der Sommer sich weiterhin in diese Richtung entwickelt.
Die Kritik an Bundeskanzler Merz und der Bundesregierung entzündet sich am dramatischen Anstieg an Hitzetoten – laut RKI starben Ende Juni fast 10.000 Menschen an den Folgen der Hitze. Dröge fordert dabei nicht nur mehr Mitgefühl, sondern auch konkrete Maßnahmen: etwa ein Sofortprogramm für klimafreundliche Klimatisierung in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Mehrere Medien berichteten zuletzt, dass Deutschland sich im internationalen Vergleich kaum vorbereitet auf steigende Temperaturen zeigt; Prävention, Frühwarnsysteme und Anpassung der Infrastruktur gelten als zu langsam voranschreitend, während Expertinnen und Experten das Risiko neuerlicher Extremsommer weiterhin als hoch einschätzen. Auch in anderen europäischen Ländern wächst der politische Druck, den Hitzeschutz deutlich zu verstärken, insbesondere für gefährdete Gruppen in Krankenhäusern und Altenheimen.