Südekum: Weggang von Malmendier aus dem Sachverständigenrat betrübt

Jens Südekum, Berater von SPD-Politiker Lars Klingbeil, zeigt sich enttäuscht über das bevorstehende Ausscheiden der Ökonomin Ulrike Malmendier aus dem Gremium der Wirtschaftsweisen.

heute 07:51 Uhr | 4 mal gelesen

Wenn ich mal ganz ehrlich bin – dass Ulrike Malmendier nun schon wieder den Sachverständigenrat verlassen muss, hinterlässt bei mir ein leichtes Gefühl von Verdruss. Südekum, seines Zeichens Wirtschaftsprofessor aus Düsseldorf, bringt es wohl auf den Punkt: Für Deutschland war ihr Wechsel 2022 ein echtes Ausrufezeichen. Man holte eine ausgewiesene Spitzenökonomin aus der internationalen Liga nach Deutschland – und dann war sie unter anderem eine der Antreiberinnen für das Konzept der Frühstartrente. Nun könnte jedoch alles ziemlich aprupt enden, ohne große Abschiedsrede, sondern eher mit verschlossenen Türen. Laut Handelsblatt liegt der Grund für das abrupte Ende im Veto durch das Kanzleramt und das Wirtschaftsministerium – keine besonders motivierende Botschaft für die wissenschaftliche Debattenkultur im Land. Kurz gesagt: Wer Akademia und Politik hierzulande vereinen will, braucht offenbar ein dickeres Fell.

Südekum hebt hervor, dass mit Malmendier nicht nur fachliche Exzellenz, sondern auch neue Impulse für die deutsche Wirtschaftspolitik verloren gehen könnten. Ihr wissenschaftlicher Ansatz und die kritischen Einwürfe – selten stromlinienförmig, manchmal unbequem – haben die Diskussionen im Sachverständigenrat belebt. Ihre Nicht-Verlängerung sorgt daher in der akademischen wie wirtschaftlichen Szene für Stirnrunzeln. Aktuelle Medienberichte thematisieren neben dem Abgang auch die Hintergründe: So wird spekuliert, dass Uneinigkeit zwischen Kanzleramt und Wirtschaftsministerium eine Rolle spielt. Verschiedene Stimmen aus Wissenschaft und Politik befürchten, dass damit eine wichtige Brückenfigur zwischen US-amerikanischer Forschung und deutscher Wirtschaftspolitik verlorengeht. Nach Recherchen in Medien wurde zudem sichtbar, dass die Debatte um die Verjüngung und Vielfalt im Sachverständigenrat durch Malmendiers Weggang neuen Zündstoff erhält.

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