Stellenabbau nimmt in deutschen Firmen wieder zu

Viele deutsche Unternehmen greifen erneut verstärkt zum Rotstift und bauen Personal ab.

heute 07:52 Uhr | 5 mal gelesen

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer aus München ist aktuell auf 93,1 Punkte gefallen – ein Rückgang im Vergleich zu den 93,4 Punkten vom Januar. Klaus Wohlrabe, einer der Köpfe hinter der Umfrage, sieht die Entwicklung mit Skepsis: "Die Zurückhaltung am Arbeitsmarkt wird wieder stärker spürbar." Es ist eine Phase des Zögerns: Unternehmen verzichten zunehmend auf Neueinstellungen und denken sogar laut über Entlassungen nach. Besonders die Industrie – allen voran die Autobranche – bleibt unter erheblichem Druck und plant deutlich mehr Stellenstreichungen. Interessanterweise rutschen auch die Perspektiven im Dienstleistungssektor ab, wenngleich IT, Steuerberater oder Juristen weiterhin händeringend Leute suchen. Im Einzelhandel schwelt der Plan, Personal abzubauen, weiter vor sich hin. Ein kleiner Lichtblick am Rande: Die Baubranche hebt ihre Einstellungen minimal an – vielleicht nur ein Hauch von Optimismus.

Die aktuelle Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Während die Zahl der Arbeitsplätze in vielen Wirtschaftsbereichen schrumpft, vor allem in der Industrie und im Einzelhandel, können einige wenige Bereiche – wie IT-Dienstleistungen und Beratung – dem Trend trotzen und benötigen sogar mehr Personal. Experten machen mehrere Faktoren verantwortlich: Die schwächelnde Konjunktur, hohe Energiekosten und eine wachsende Unsicherheit bei den Unternehmen führen dazu, dass Firmen vorsichtiger in ihre personellen Ressourcen investieren. Neue Recherchen zeigen: Laut FAZ und Zeit Online leitet die sinkende Nachfrage in wichtigen Exportbranchen Personalabbau ein, der durch die Energiepreissteigerungen weiter befeuert wird. Dabei wirkt sich das schwache Wirtschaftswachstum nicht nur auf die klassische Industrie aus, sondern trifft auch angrenzende Dienstleistungsbereiche – mit Ausnahme der boomenden Digital- und Beratungsbranchen. Laut Süddeutsche Zeitung verschärfen hohe Zinsen besonders den Druck auf das Baugewerbe, während Betriebe dort trotzdem in Teilen auf Verstärkung hoffen, weil einzelne Fördermaßnahmen oder regionale Bauvorhaben den Arbeitskräftebedarf stabilisieren.

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