Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat am Mittwoch erneut bestätigt, was viele nach der Januar-Schätzung bereits vermutet hatten: Es geht weiter, allerdings im Schneckentempo. 'Das konjunkturelle Auf und Ab im Jahr 2025 mündet schlussendlich in einem leichten Anstieg', so Präsidentin Ruth Brand. Haupttreiber waren – nicht weiter überraschend – sowohl die Konsumausgaben des Staates als auch der Privathaushalte. Aber auch aus dem Bausektor kam ein spürbarer Impuls.
Über das ganze Jahr hinweg wuchs die Wirtschaftsleistung laut neuesten Berechnungen um magere 0,2 Prozent zum Vorjahr, kalenderbereinigt immerhin 0,3 Prozent. Im Quartalsvergleich legten die Konsumausgaben um 0,7 Prozent zu, wobei die öffentliche Hand (+1,1 Prozent) stärker anpackte als die Bürgerinnen und Bürger (+0,5 Prozent). Ein Zeichen von Unsicherheit? Möglich. Beim Thema Investitionen kam besonders aus dem Bauwesen Leben in die Zahlen: +1,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In Technik und Ausrüstung stachen die Investitionen dagegen mit nur +0,1 Prozent kaum hervor – fast wie ein kurzer Energieschub, der schnell wieder abflaut.
Was allerdings auf der Schattenseite liegt: Vom Ausland kam, einmal mehr, keine positive Dynamik. Die Exporte fielen –0,6 Prozent zurück, sowohl bei Waren als auch bei Dienstleistungen gab es Dämpfer. Auch die Importe ließen mit –0,3 Prozent nach, wobei hier die leichten Zuwächse bei Waren (+0,2 Prozent) immerhin einen kleinen Gegentrend markierten.
Die Bruttowertschöpfung, ein Maß für die tatsächlich produzierten Werte in Deutschland, zog im Quartal wieder an (+0,4 Prozent). Hier war vor allem das Bauhauptgewerbe auffallend: +1,7 Prozent, vermutlich getrieben von Nachholeffekten. Dienstleistungen insgesamt konnten leicht zulegen, aber gerade in Handel, Verkehr und Gastgewerbe blieb alles auf Stillstand. Öffentliche Dienstleister, Gesundheits- und Bildungsbereich atmeten ebenfalls leicht auf mit +0,8 Prozent. Im industriellen Bereich zeigte sich dagegen ein gemischtes Bild: Während einige Sparten zulegten, schwächelten besonders die Chemie und der Maschinenbau.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Q4 2024) lag das BIP preisbereinigt immerhin 0,6 Prozent höher, kalenderbereinigt 0,4 Prozent – mit dem kleinen Hinweis, dass 0,7 Werktage mehr zur Verfügung standen. In Anbetracht der allgemeinen Unsicherheiten und der geopolitischen Lage sind das keine berauschenden Daten, aber vielleicht ein leises Zeichen, dass die deutsche Wirtschaft noch nicht ganz den Kopf in den Sand steckt.
Deutschland erlebte im vierten Quartal 2025 einen moderaten Anstieg des BIP um 0,3 Prozent, der vor allem durch erhöhte Konsumausgaben und Bauinvestitionen getragen wurde. Auffällig ist allerdings, dass trotz aller positiven Impulse die Exportdynamik weiter schwächelt – was sich inzwischen wie ein roter Faden durch die letzten Quartale zieht. Das Bild bleibt differenziert: Während etwa Baugewerbe und Dienstleister im Plus lagen, stagnierte die Industrie teils oder verlor sogar.
Nach Analyse aktueller Medienberichte verschärft sich die Debatte über strukturelle Schwächen und internationale Wettbewerbsfähigkeit. So gibt es vermehrt Hinweise auf einen anhaltenden Investitionsstau, gerade im Bereich Digitalisierung und Transformation der Industrie. Hinzu kommt, dass der deutsche Export weiterhin massiv unter globalen Unsicherheiten, Lieferkettenproblemen und geopolitischer Instabilität leidet. Erste Stimmen fordern deshalb umfassendere wirtschaftspolitische Maßnahmen, um die Konjunktur tatsächlich nachhaltig zu beleben.