Ehrlich gesagt, überrascht es mich nicht mehr wirklich: Schon wieder hat der deutsche Staat seine Kassen überzogen. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamts lag das Finanzierungsdefizit 2025 bei sage und schreibe 119,1 Milliarden Euro – rund vier Milliarden mehr als im Jahr davor. Prozentual gesehen bleibt die Defizitquote, gemessen am BIP, zwar mit 2,7 Prozent konstant, aber das macht die Summe nicht schöner. Die Zahlen stammen übrigens aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen nach EU-Richtlinien (ESVG 2010) – nur falls sich jemand fragt, wie man sich solche Summen überhaupt ausrechnet.
Fast zwei Drittel des Lochs fallen auf den Bund; der Etatverlust dort wuchs kräftig, vor allem im Vergleich zu 2024. Die Gemeinden reißen mit über sieben Milliarden zusätzlichem Minus ebenfalls eine größere Lücke, während die Länder ihr Defizit immerhin mehr als halbieren konnten. Erstaunlich eigentlich. Bei der Sozialversicherung gibt es sogar einen spürbaren Rückgang beim Negativsaldo. Aber ja: unterm Strich stehen alle staatlichen Teilsektoren weiter auf Rot.
Was den Einnahmenstrom angeht, ist die Bilanz zunächst eigentlich gar nicht so schwarz. Über 2,1 Billionen Euro kamen rein – ein Plus von annähernd 6 Prozent. Besonders die Sozialbeiträge spülten mehr Geld in die Kassen. Die Steuern legten zu, wenn auch nicht ganz so dynamisch, und ausgerechnet die Zinsen brachten weniger ein. Schön für Schuldner, doof für den Staat.
Auf der Ausgabenseite explodierten die Kosten: Mehr Geld für Rente, Pflege, Arbeitslose – die Klassiker halt. Die sozialen Leistungen werden immer teurer, aber auch Krankenhäuser und Arzneimittel verschlingen mehr Mittel. Und dann sind da noch die politischen Großprojekte: Investitionen, Infrastruktur, Klimaschutz; sogar das Militär kriegt mehr ab. Alles zusammen führte dazu, dass die Ausgaben stärker wuchsen als die Einnahmen – daher das Defizit. Man könnte sich fast fragen, wie lange das so noch gut geht. Aber vielleicht überrascht ja das nächste Jahr.
Das deutsche Staatsdefizit hat sich 2025 um rund vier Milliarden auf 119,1 Milliarden Euro erhöht, die Defizitquote blieb aber bei 2,7 Prozent – trotz deutlicher Einnahmesteigerungen, besonders bei Sozialbeiträgen und Steuern. Grund für das weiter ansteigende Defizit sind vor allem gestiegene Staatsausgaben, etwa durch erhöhte Sozialleistungen, Gesundheits- und Pflegekosten, Investitionen in die Infrastruktur sowie erhöhte Militärausgaben; die Einnahmen konnten diese Entwicklung nicht ausgleichen. Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland jedoch innenpolitisch relativ stabil, weil die Maastricht-Kriterien (Defizitgrenze 3 Prozent) weiterhin eingehalten werden – wobei Experten und Medien leise Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit der Haushaltsstruktur anmelden (aktueller Stand Juni 2024).