Einmal reingeschaut, schluckt TikToks Algorithmus Beobachter wie ein Strudel: Es ist nicht nur die Musik, die Trends vorgibt, sondern das Zusammenspiel aus Sounds, Videoformaten, Codes und einer guten Prise Memes. Wer ernsthaft auf TikTok recherchieren will – sei es für Journalismus, Wissenschaft oder Monitoring – muss erst mal diese ganzen verborgenen Spielregeln entschlüsseln. Genau hier setzt Leo Stahlberg an. Er erklärt, wie man relevante Postings mit Werkzeug und wachem Auge herausfiltert, auch wenn man selbst gar kein aktiver TikTok-Profi ist.
Ganz zentral: Die kritische Prüfung von Videos. Falsche Schnipsel, KI-generierte Inhalte, manipulierter Kontext – das alles ist längst Alltag auf TikTok. Wie sich mit digitalen Recherchetools, Grundwissen und ein bisschen Intuition Original und Fälschung unterscheiden lassen, steht ebenso im Fokus wie die Frage: Wie archiviere ich überhaupt diese flüchtigen Videos, bevor sie im Datenstrom verschwinden?
Der Impulsvortrag zeigt, wie sich TikTok sinnvoll in professionelle Rechercheabläufe einflechten lässt – damit auch vermeintlich schwer überprüfbare Inhalte dokumentiert und bewertet werden können. Übrigens: Die Runde läuft über MS Teams und kostet keinen Cent.
Kleine Nebenbemerkung: Leo Stahlberg kennt das Thema nicht nur von dpa, sondern hat bei ZDF und Tagesschau schon allerlei digitale Rechercheherausforderungen erlebt. Für die Moderation sorgt Marcus Heumann, verantwortlich für die dpa-Akademie.
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TikTok hat sich in den vergangenen Jahren von einer reinen Tanz- und Unterhaltungsplattform zu einem zentralen Ort für gesellschaftliche und politische Debatten entwickelt. Gerade wegen der schnellen Verbreitung und der algorithmisch gesteuerten Trends steigt die Relevanz von Faktenchecks und digitaler Recherche auf dieser Plattform stark. Seit Kurzem zeigt sich ein neuer Trend: Auch politische Desinformation und Deepfakes nehmen zu, weshalb Redaktionen zunehmend Tools und Schulungen einsetzen, um sich gegen Manipulation zu wappnen. Hinzu kommt, dass Datenschutz und Jugendschutz von Behörden in Deutschland und Europa kritisch beäugt werden, was zu neuen regulatorischen Entwicklungen führt. Die Integration von TikTok in investigativen Journalismus bleibt weiterhin herausfordernd – und wird von Experten wie Leo Stahlberg als beidseitiges Schwert betrachtet: Es eröffnet neue Quellen, birgt aber Risiken durch fehlende Transparenz der Algorithmen.