Verlust der Kaufkraft bleibt für viele Deutsche spürbar

Trotz wirtschaftlicher Gegenmaßnahmen und sinkender Inflation berichten viele Menschen in Deutschland weiterhin, dass sie sich weniger leisten können als früher – das zeigt eine frische Untersuchung des Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung.

heute 07:55 Uhr | 1 mal gelesen

Laut der aktuellen Befragung des IMK fühlt sich die Mehrheit der Deutschen weiterhin finanziell eingeschränkt. Satte 59 Prozent der Bundesbürger geben an, dass ihre Kaufkraft im Vergleich zu Vorjahren gesunken ist. Überraschenderweise sagen aber nur elf Prozent, dass sie mehr Spielraum im Portemonnaie hätten – obwohl objektiv, also laut volkswirtschaftlicher Kennzahlen, die Einkommensverluste schon durch höhere Löhne, Mindestlohnanhebungen und Rentenerhöhungen im Schnitt ausgeglichen sind. Das Forscherteam stellt fest, dass die subjektive Wahrnehmung massiv von den Preisen für Alltagsgüter geprägt wird. Vor allem Lebensmittel, Heizkosten, aber auch Restaurantbesuche hauen heute weit mehr rein als noch vor einigen Jahren; manche sprechen schon von kleinen Luxusgütern, wenn sie an Obst, gutes Brot oder den schnellen Kaffee denken. Die Preise schwanken dabei teils zwischen 33 und 47 Prozent Steigerung, und das Statistische Bundesamt untermauert das mit Zahlen. Während einige andere Ausgabenkategorien – etwa Kleidung, Wohnen oder Freizeit – preislich weniger explodiert sind, überdeckt der Frust über den Alltag die objektiv moderateren Entwicklungen an anderer Stelle. Der psychologische Effekt: Das Gefühl der Benachteiligung bleibt. Diese Unzufriedenheit strahlt nicht nur auf das Konsumverhalten aus – viele schränken ihre Ausgaben vorsorglich ein, was wiederum die Wirtschaft bremst. Politisch schlägt das ebenfalls durch: Knapp 80 Prozent jener, die sich als Verlierer fühlen, schimpfen auf die Regierungsarbeit, gut ein Drittel hat jegliches Vertrauen verloren. Ob die nächste Statistik da noch gegensteuern kann? – Das bleibt erst mal offen.

Auch wenn die preislichen Extreme der letzten Inflationsjahre im gesamtwirtschaftlichen Mittel durch höhere Löhne und Sozialleistungen aufgefangen wurden, bleibt die Wahrnehmung vieler Verbraucher von anhaltendem Kaufkraftverlust bestehen. Insbesondere, weil Produkte des täglichen Lebens viel teurer geworden sind und im Alltag besonders ins Gewicht fallen. Neuere Quellen berichten, dass diese Wahrnehmung quer durch die Bevölkerung reicht – und zwar unabhängig von Bildungsgrad oder Einkommen: Nicht Rationalität, sondern Alltagserleben prägt hier das Bild. Die anhaltende Unsicherheit hat weiterhin spürbare Folgen auf Konsum- und Wahlverhalten. Interessanterweise äußern laut aktuellen Medienberichten immer mehr Experten Zweifel daran, ob reine Makrozahlen überhaupt aussagekräftig sind, solange sich ein Großteil der Menschen subjektiv in einer Dauerkrise wähnt.

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