Wadephul äußert Verständnis für jüngste US-Aktionen gegen den Iran

Johann Wadephul (CDU), amtierender Bundesaußenminister, bezog am Rande des Nato-Gipfels in Ankara Stellung zu den nächtlichen Angriffen der Amerikaner auf den Iran – und sieht den Ball auch im Feld Teherans.

08.07.26 11:42 Uhr | 2 mal gelesen

In einem Interview mit Phoenix kommentierte Wadephul die amerikanischen Militärschläge als direkte Reaktion auf vorausgegangene Aktionen des Iran. Nach seiner Einschätzung trage der Iran eine erhebliche Mitverantwortung für die eskalierten Spannungen, da er mit seinen Angriffen den ersten Stein geworfen habe. Die Straße von Hormus, eine lebenswichtige Seeverbindung, dürfe – so Wadephul – keinesfalls von iranischer Seite bedroht, blockiert oder für illegitime Zwecke instrumentalisiert werden. "Das muss im Iran endlich verstanden werden, und zwar eindeutig", betonte er mit ungewohnt deutlichen Worten. Sein grundsätzliches Ziel sei jedoch eine Lösung am Verhandlungstisch, nicht auf dem Schlachtfeld. "Wir wollen, dass die Situation entspannt wird. Alle anderen Optionen sind nicht dauerhaft akzeptabel", unterstrich Wadephul.

Zur Debatte um einen möglichen Teilabzug von US-Truppen aus Europa meinte er, die NATO-Gemeinschaft stehe nach wie vor füreinander ein. Zwar stünden Veränderungen in der Stationierung im Raum, aber: "Wir müssen mehr Verantwortung übernehmen. Uns wurde lange viel abgenommen, das ist künftig nicht mehr drin." Deutschland sei bereit, auch militärisch eigenständiger zu agieren – und das nicht als Dienst für andere, sondern zum Wohle seiner eigenen Sicherheit. Wadephul zeigte sich überzeugt, dass Deutschlands wachsender Führungsanspruch und die verstärkte Verteidigungsbereitschaft in Europa auf breite Zustimmung stoßen.

Johann Wadephul betonte im Zusammenhang mit den US-Angriffen auf den Iran, dass eine klare Reaktion erforderlich sei, solange der Iran internationale Handelswege wie die Straße von Hormus gefährde. Er sprach sich für eine Deeskalation durch Diplomatie aus, warnte aber zugleich davor, das Thema zu bagatellisieren. Im Lichte der angestrebten militärischen Eigenständigkeit Europas und angesichts eines möglichen US-Teilrückzugs sieht er Deutschland künftig in stärkerer Verantwortung – sowohl finanziell als auch politisch.

Erweiterte Recherche: Die aktuellen Spannungen zwischen den USA und dem Iran betreffen sowohl die Sicherung von Handelswegen als auch den iranischen Atomstreit. Laut jüngsten Meldungen verschärft die Lage im Nahen Osten die Debatte in Deutschland über die Rolle der Bundeswehr und eine eigenständigere Verteidigungspolitik. Während in verschiedenen europäischen Hauptstädten zu Besonnenheit aufgerufen wird, fordern andere Stimmen eine robustere Haltung gegenüber Teheran. Im Hintergrund laufen diplomatische Initiativen auf Hochtouren, wobei Deutschland besonders auf Kompromisse und Verhandlungslösungen drängt.

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