Wenn eine dringend notwendige Erhöhung beim Kindergeld plötzlich als Steuervergünstigung verkauft wird, fühlt sich das schon sehr nach geschickter Zahlenakrobatik an. Diese Kritik bringt Sahra Wagenknecht ziemlich scharf auf den Punkt und wirft der Regierung regelrechte Augenwischerei vor. Allein die Tatsache, dass von 600 Euro 'Vorteil' mehr als die Hälfte gar kein echtes 'Mehr' ist, sondern über das Kindergeld läuft, stößt ihr sauer auf. Hinzu komme, so ihre Meinung, dass geplante Anpassungen wie die am Grundfreibetrag ohnehin gesetzlich vorgesehen sind – das werde gerade so dargestellt, als hätte die Regierung sich besonders ins Zeug gelegt. Parallel ärgert sich Wagenknecht über hohe Energiekosten: Die Summen, die Familien jetzt in den Ferien beim Tanken mehr berappen müssen, fräßen jegliche Entlastung wieder auf. Für sie sendet das eine klare Botschaft: Wirtschaft und Bürger stehen im Regen, während auf politischer Bühne wenig passiert. Wagenknechts Appell klingt mehr nach Druckausgleich als nach wohlmeinender Ermunterung. Ihrer Meinung nach bräuchte Deutschland nicht nur einen neuen Fußball-Bundestrainer, sondern – und das noch viel dringlicher – einen Regierungswechsel.
Sahra Wagenknecht nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Bewertung der Steuerreform-Vorschläge der aktuellen Koalition geht. Sie bemängelt unter anderem, dass das Kindergeld – eine überfällige Anpassung – als Steuerentlastung verkauft wird. Außerdem mahnt sie, dass die wahren Probleme wie teure Energie oder schleppende Konjunktur nicht adressiert würden – und ist mit dieser Kritik nicht allein: Auch aus der Wirtschaft und von Sozialverbänden gibt es zunehmend Zweifel, ob die Reform tatsächlich zu spürbaren Verbesserungen für Familien führt. Neueste Wirtschaftszahlen zeigen zudem, dass vor allem Geringverdiener und Mittelstand kaum entlastet werden, während Topverdiener laut Expertenmeinungen sogar profitieren könnten. In diesem Zusammenhang fordern sowohl oppositionelle als auch parteiinterne Stimmen der Koalition Nachbesserungen und mehr Transparenz in der politischen Kommunikation.