Wahlforscher Constantin Wurthmann hält eine Absenkung der Fünf-Prozent-Hürde für kontraproduktiv; das Instrument sei zentral, um eine Zersplitterung des Parteiensystems zu verhindern und die parlamentarische Arbeit funktionsfähig zu halten. Eine Debatte wurde durch Hans-Jürgen Papier, den früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, angestoßen: Er hält eine geringere Hürde für ein Signal der Anpassung an die politische Vielfalt, die sich gesellschaftlich längst widerspiegele. In jüngster Zeit werden die Rufe nach mehr politischer Inklusion, etwa auch von kleineren Parteien, immer lauter – doch genau hier gehen die Meinungen auseinander: Während die einen Wettbewerb und Vielfalt betonen, warnen andere wie Wurthmann vor Labilität und lähmenden Blockaden im Parlament. Weitere aktuelle Entwicklungen zum Thema: Zuletzt spitzte sich die Debatte um Sperrklauseln durch die Europawahl und laufende Diskussionen über Wahlsystemreformen im Bund zu. Kritische Stimmen fürchten, dass eine Senkung der Hürde Populisten oder radikale Gruppen stärken könnte – während andere darauf hinweisen, dass vielfältigere parlamentarische Vertretung auch die demokratische Legitimation stärken würde. Die Diskussion ist zudem vor dem Hintergrund einer veränderten Parteienlandschaft und einem verschärften Wettbewerb um Wählerstimmen besonders aktuell, was etwa auch in Leitartikeln auf 'FAZ', 'Die Zeit' oder 'Süddeutsche Zeitung' kontrovers diskutiert wird.