Der frisch gewählte AfD-Bundesvorstand sei jetzt in der Pflicht, die Überarbeitung endlich anzugehen, sagte Weidel am Rande des Parteitags in Erfurt gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio. 'Meiner Ansicht nach ist eines entscheidend: Es braucht transparente, nachvollziehbare Kriterien', betonte sie, ohne weiter ins Detail zu gehen. Die Anwälte der Partei sollen für diese Kriterien sorgen – erst dann wolle man die Unvereinbarkeitsliste entsprechend anpassen.
Weidel teilte weiter aus: Ihrer Meinung nach reichten extremistische Strukturen – sie nannte etwa einen 'paramilitärischen Arm der Antifa' – bis in Parteien wie die Grünen und Linken hinein. Solche Personen, so Weidel, hätten keinen Platz in der AfD; bei ihnen handle es sich zum Teil um Extremisten oder gar Terroristen.
Angesprochen auf die kontroversen 'Identitären', hielt Weidel sich zurück und verwies stattdessen auf frühere Parteiausschlüsse in Einzelfällen. Ursprünglich stand auf dem Parteitag eine Diskussion zur Reform der Unvereinbarkeitsliste auf dem Programm, doch die Debatte wurde von der Parteiführung mithilfe des Versprechens abgewehrt, die Liste später zu überarbeiten. Welche Änderungen konkret zu erwarten sind, bleibt vorerst offen.
Alice Weidel, Vorsitzende der AfD, äußert sich ausweichend zur geplanten Reform der parteiinternen Unvereinbarkeitsliste. Sie betont die Notwendigkeit klarer und objektiver Kriterien, verweigert aber Details zu inhaltlichen Änderungen, insbesondere zur Aufnahme von Mitgliedern der Identitären Bewegung. Stattdessen spricht sie von Extremismusvorwürfen gegen andere Parteien und bleibt zu den strittigen Punkten die Antwort schuldig. Bemerkenswert ist, dass die Reformdebatte auf dem Parteitag durch das Versprechen des Bundesvorstands auf Überarbeitung erst einmal vertagt wurde.
Aktuelle Entwicklungen: Seitdem wurde auch in anderen Parteien über den Umgang mit rechtsextremen oder extremistischen Gruppen intensiv diskutiert. In sozialen Medien wird die mangelnde Transparenz der AfD bei ihren Reformankündigungen kritisiert. In der öffentlichen Debatte spitzt sich die Frage zu, wie weit die Abgrenzung der AfD nach rechts tatsächlich greift und ob die Partei radikale Strömungen gezielt integriert oder ausschließt.