Wirtschaftsweise Grimm zeigt sich ratlos über Koalitionsstreitereien zur Rente mit 63
Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat, versteht den politischen Disput um die Weiterführung der Rente mit 63 nicht wirklich. "Die Reform des Rentensystems belastet ohnehin schon die jungen Leute über Gebühr", erklärt sie dem 'Kölner Stadt-Anzeiger', während die politischen Entscheider an alten Privilegien festzuhalten scheinen.
heute 11:45 Uhr | 4 mal gelesen
Falls jetzt selbst die Abschaffung der abschlagsfreien Rente ab 63 vom Tisch wäre, würde das ganze Rentenpaket noch schwächer ausfallen. Grimm meint, eigentlich müsste die Politik deutlich mutiger und konsequenter handeln, statt auf halbem Weg zurückzuweichen. Die Vorstellungen der Ampelkoalition seien nicht annähernd ausreichend, um die Finanzierbarkeit der Rentenversicherung langfristig abzusichern. Besonders mit der sogenannten Haltelinie — dem Garantieversprechen eines Rentenniveaus von mindestens 48 Prozent bis 2031 — habe man sich, so Grimm, in eine Sackgasse manövriert, aus der es schwer werde, wieder herauszufinden. Manchmal hat man das Gefühl, es gehe mehr um Symboliken und kurzfristige Wählergunst als um belastbare Lösungen für kommende Generationen.
Die Rentenpolitik der Bundesregierung bleibt ein heftiger Streitpunkt, den auch Expertinnen wie Veronika Grimm kritisch sehen. Während die Koalition die Rente mit 63 nicht antastet und ein Rentenniveau von 48 Prozent verspricht, warnen Fachleute wie Grimm vor einer zunehmenden Belastung der Jungen und dem schleichenden Aufweichen zukunftssichernder Reformen. Viele Stimmen fordern tiefgreifendere Änderungen etwa bei Eintrittsalter und Finanzierung, um die Stabilität des deutschen Rentensystems über das Jahr 2031 hinaus zu bewahren.
Recherche-Update: Im Deutschlandfunk wurde ebenfalls diskutiert, wie das Rentenpaket beim Thema Generationengerechtigkeit versagt und langfristig mehr Kosten als Nutzen verspricht. Aktuelle Analysen in der FAZ beleuchten, dass die Rentenpläne der Ampel das Kernproblem der Überalterung kaum adressieren und gravierende finanzielle Risiken für die Sozialsysteme heraufbeschwören. Auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung wurden außerdem die politischen Hürden für eine echte Reform beleuchtet – es fehlt häufig an Mut zur Unbequemlichkeit.