Wenn ich daran denke, wie viel Wert früher auf das ‚Leistungsprinzip‘ gelegt wurde, irritiert es mich manchmal, wie wenig überzeugt die Jüngeren heute davon sind. Laut einer YouGov-Erhebung, die im Auftrag von McDonald's Deutschland kürzlich lief, bewertet rund 43 Prozent der 16- bis 29-Jährigen ihre eigenen Aufstiegschancen schlechter als die der Elterngeneration. "Soziale Herkunft schlägt Fähigkeit" – diesen Satz könnte man nach den Ergebnissen anschreiben. Nur ein Viertel glaubt, ihre Leistung zähle faktisch am meisten. Das scheint kein kurzfristiges Unbehagen, sondern eher ein Trend zu sein: Laut McDonald's Ausbildungsstudie 2025 glauben gerade noch 48 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren an das Leistungsversprechen. Vor sieben Jahren lag dieser Wert noch elf Prozentpunkte höher.
Genau um diese wachsende Skepsis dreht sich ein besonderer Burger Dialog am 16. Juli in Köln-Kalk. Veranstaltungsort? Passenderweise ein McDonald's-Restaurant. Unter der Überschrift „Herkunft oder Leistung – was zählt wirklich?“ diskutieren Politiker, junge Erwachsene und weitere Gäste, wie Chancen gerechter verteilt werden könnten. Anastasia Barner moderiert das Ganze. Für den Ohrwurm danach sorgt eine Live-Performance von Eko Fresh und Teven. Klingt nach Show, ist aber ziemlich ernst gemeint.
Die Politik, sagen 68 Prozent der Befragten, müsse dringend handeln – Bildung, Gerechtigkeit, echte Möglichkeiten. Allerdings: Auch Unternehmen stehen im Fokus. Konkrete Wünsche der Jugendlichen? Mehr Schulung, mehr interne Entwicklungspfade, ein größeres Angebot an Ausbildungsstellen.
Dialogformate wie der Burger Dialog sind vielleicht ein Anfang. Sie bringen sehr unterschiedliche Leute miteinander ins Gespräch – Menschen aus Beruf, Politik und Gesellschaft, mitten in einem Schnellrestaurant. Eigentlich gar nicht so verkehrt. Wichtige Themen wie Mobilität, Bildung oder das große Gefühl von ‚Wir sitzen alle im gleichen Boot‘ tauchen dabei immer wieder auf. Nur – reicht das, um wieder Mut zu machen? Vielleicht nicht sofort, aber zumindest geht’s einen Schritt aus der Lethargie.
Die größer werdenden Zweifel der jungen Generation an Chancengerechtigkeit werden nicht nur in Umfragen sichtbar, sondern prägen auch den gesellschaftlichen Diskurs. In zahlreichen aktuellen Artikeln wird thematisiert, wie Politik und Wirtschaft reagieren: Die Bundesregierung plant, durch gezielte Investitionen in Bildung und eine Reform der Fördermittel soziale Barrieren weiter abzubauen. Zudem finden bundesweit Diskussionsveranstaltungen und Dialogforen statt, bei denen VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam nach Lösungen für mehr Fairness und Teilhabe suchen. Gleichzeitig fordern junge Menschen lautstark, die Unternehmen müssten Weiterbildungen und innerbetriebliche Karrierechancen ausbauen – ein Thema, das mittlerweile sogar Großkonzerne und ihre Ausbildungsprogramme verändert.