Rekordhoch bei türkisch-nationalistischer Szene der Grauen Wölfe in Deutschland

Die Mitgliederzahlen der rechtsextremen Grauen Wölfe erreichen in Deutschland einen neuen Höchstwert und lösen politische Debatten aus.

heute 16:54 Uhr | 2 mal gelesen

Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen – die bisher nur durch einen Medienbericht (Welt) bekannt wurde – ist die Zahl der aktiv organisierten Grauen Wölfe für das Jahr 2025 auf 13.500 geschätzt worden. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs um rund 600 Personen. Der überwiegende Teil, um die 10.500, versammelt sich unter drei Dachorganisationen; knapp 3.000 bewegen sich eher in einer loseren 'freien Szene'. Auffällig ist, dass die Bundesregierung zunehmend auf Selbstdarstellungen mit Waffen oder martialischen Gesten im Internet gestoßen ist. Offenbar spielt Wehrhaftigkeit für die Szene eine wichtige Rolle – und die Grenze zwischen Show und tatsächlicher Gefahr ist manchmal schwer einzuschätzen. Die Regierung berichtet außerdem von Treffen zu paramilitärisch wirkenden Paintball-Events, teilweise sogar außerhalb Deutschlands. Irene Mihalic, eine prominente Grünen-Politikerin, will nun ein Vereinsverbot diskutiert sehen und fordert mehr Konsequenz von Innenministerin Faeser. Sie argumentiert, die Szene stelle insbesondere für Minderheiten wie alevitische, kurdische oder jüdische Menschen eine reale Bedrohung dar – doch die Bundesregierung hüllt sich bei Verbotsüberlegungen in Schweigen. Marlene Schönberger, auf grüner Seite beim Thema Rechtsextremismus zuständig, warnt zusätzlich davor, Präventionsarbeit zurückzufahren – gerade, weil der Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention im Förderprogramm 'Demokratie leben' offenbar abgeschafft wird. Wer die Gefahr der Grauen Wölfe ernst nehme, müsse Präventionsstrukturen sichern, so ihr Argument. Interessant bleibt dabei die unausgesprochene Frage: Ab wann wird eine Szene zur tatsächlichen Gefahr für die Demokratie, und wie viel Prävention reicht aus?

Die aktuelle Debatte um die Grauen Wölfe spiegelt sich in mehreren Medien wider: Laut 'Süddeutsche' und 'Tagesschau' wächst die Besorgnis innerhalb der Politik stetig, nicht zuletzt weil der türkische Rechtsextremismus in Deutschland an Einfluss gewonnen hat. Verschiedene Organisationen, darunter die Türkische Gemeinde in Deutschland, fordern schon länger ein härteres Vorgehen, doch ein konkretes Vereinsverbot bleibt bislang aus. In jüngeren Berichten werden die gestiegenen Mitgliedszahlen der Grauen Wölfe zudem mit einer sich verschärfenden politischen Atmosphäre in der Türkei in Zusammenhang gebracht, was Anwerbung und Radikalisierung in der Diaspora offenbar beeinflusst. Neuere Nachforschungen zeigen außerdem, dass international operierende Ableger solcher Vereinigungen digital noch stärker vernetzt sind als zuvor, was gezielte Präventionsarbeit in Deutschland zusätzlich erschwert.

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