Innerhalb der SPD formiert sich Widerstand gegen die CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche.

SPD-Abgeordnete des konservativen Seeheimer Kreises kritisieren laut „Spiegel“ Reiches Vorschlag zur Anhebung des Rentenalters als unzureichend und am eigentlichen Problem vorbei. Dirk Wiese, Sprecher des Seeheimer Kreises, und Esra Limbacher, Generalsekretär der Saar-SPD, fordern, dass Reiche sich intensiver auf ihre Rolle als Wirtschaftsministerin konzentriert. Sie betonen, dass bei der Diskussion über längeres Arbeiten auch die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigt werden müssen. Zudem kritisieren die Sozialdemokraten das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Kommission und den USA, das wegen der hohen Zölle auf Stahl ein Risiko für die Industrie darstelle. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen solle hier nachverhandeln. Von Reiche erwarten die SPD-Abgeordneten konkrete Maßnahmen, wie die Organisation eines Stahlgipfels und die Entwicklung eines Plans für erschwingliche Energiepreise. Die Bundesregierung müsse aktiv werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie zu sichern.

Die Diskussion um die Erhöhung des Rentenalters ist nicht nur in Deutschland ein Thema. In vielen europäischen Ländern wird über die Anpassung der Rentenpolitik nachgedacht, um den Herausforderungen des demografischen Wandels und der finanziellen Nachhaltigkeit der Rentensysteme gerecht zu werden. In Frankreich beispielsweise führte der Versuch, das Renteneintrittsalter zu erhöhen, zu massiven Streiks und Protesten. Die deutsche Stahlindustrie steht vor ähnlichen Herausforderungen wie andere europäische Länder, die mit hohen Energiekosten und internationalem Wettbewerbsdruck zu kämpfen haben. Eine nachhaltige Energiepolitik und die Unterstützung der Industrie sind entscheidend, um langfristig Arbeitsplätze zu sichern und die industrielle Basis zu stärken.

Redaktion poppress.de, gkleber