Wenn ich ehrlich bin – diese Zahlen überraschen mich noch immer jedes Mal. Laut einer neuen Auswertung der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sind mittlerweile fast 45 Prozent aller Gefängnisinsassen in Deutschland ausländische Staatsbürger. 27.000 Häftlinge ohne deutschen Pass, Stand März 2026. Insgesamt sitzen über 60.000 Menschen in deutschen Justizvollzugsanstalten, wobei Doppelstaatler übrigens zu den Deutschen gezählt werden.
Interessant, wie unterschiedlich die Quoten ausfallen: Während in Großstädten wie Berlin und Hamburg fast 60 Prozent der Inhaftierten nichtdeutsch sind, ist es etwa in Thüringen nur jeder Vierte. Es klafft also auch regional eine ziemliche Lücke. Dass der Anteil ausländischer (und staatenloser) Gefangener seit Jahren ansteigt, war zwar absehbar, aber das Tempo ist schon bemerkenswert. 2015 lag der Ausländeranteil noch gut 30 Prozent – jetzt fast die Hälfte.
Was mir zu denken gibt: Der Chef des Strafvollzugs-Bundesverbandes, René Müller, warnt davor, dass die Kapazitäten in den Anstalten ans Limit geraten. Verständigungsprobleme, mangelnde Resozialisierungsmöglichkeiten und höhere Aggressionspotenziale seien die Folge. Klar, Sprachbarrieren und kulturelle Missverständnisse erschweren die Arbeit enorm. Man müsse dringend mehr Personal einsetzen, so Müller, sonst könnten sich gefährliche Subkulturen oder gar Radikalisierungstendenzen entwickeln – etwa bei muslimischen Häftlingen. Und das große Risiko bleibt, dass etliche Insassen krimineller entlassen werden, als sie hereingekommen sind. Unschön, aber irgendwie verständlich, wenn das Personal nicht mehr nachkommt.
Deutschland verzeichnet einen Rekordwert beim Ausländeranteil in Gefängnissen: Stand März 2026 sind 44,8 Prozent aller Inhaftierten Ausländer, ein sprunghafter Anstieg gegenüber den letzten Jahren. Besonders in west- und süddeutschen Bundesländern sowie in Stadtstaaten ist der Anteil teils deutlich höher als im Osten – die Gründe reichen von unterschiedlichen Zuzugsmustern bis zu urbanen Kriminalitätsstrukturen. Fachleute sehen dadurch nicht nur die Resozialisierung der Gefangenen, sondern die gesamte Funktion der Haftanstalten gefährdet: Personalmangel, Kommunikation und Radikalisierung gelten als drängendste Herausforderungen. Erst wenige Tage vor dem aktuellen Bericht meldeten beispielsweise Medien wie die „taz“ oder die „ZEIT“, dass das Justizpersonal vielerorts Überstunden aufbaue und psychisch stark belastet sei. Auch wird diskutiert, wie Prävention und Integration außerhalb der Anstalten gestärkt werden können, damit der Anteil nichtdeutscher Straffälliger langfristig wieder sinkt.