Fast 12.000 Todesopfer – eine schockierende Zahl, die das RKI am Donnerstag präsentierte. Besonders spektakulär waren die Zahlen für die letzte Juniwoche: Rund 9.600 Menschen verloren allein da ihr Leben, ausgelöst durch die außergewöhnlich hohen Temperaturen. Diese Hitzeperiode schlug sich sofort und auch noch in der darauffolgenden Woche in den Sterbezahlen nieder.
Was man zu diesen Zahlen wissen muss: Sie beruhen auf Schätzungen, die gemeinsam mit den aktuellen Sterbefällen des Statistischen Bundesamts ausgewertet werden. Ein paar Tage dauern solche Hochrechnungen immer – also ist das nicht ganz exakt, aber doch ziemlich alarmierend. Die Bilanz bezieht sich auf den Zeitraum zwischen Kalenderwoche 15 und 30 des Jahres 2026. Besonders ältere Menschen (ab 75) traf es, häufiger Frauen. Das dürfte daran liegen, dass es einfach mehr ältere Frauen gibt – die Statistik spiegelt eben solche gesellschaftlichen Realitäten wider.
Die Grundlage der Analyse: Temperaturwerte von 52 Stationen des Deutschen Wetterdienstes. Die entscheidende Schwelle scheint bei einem Wochendurchschnitt von 20°C zu liegen; ab da sterben plötzlich signifikant mehr Menschen. Irgendwie ein mulmiger Gedanke, oder? Hitze als unsichtbare Gefahr.
Das Robert Koch-Institut hat für den laufenden Sommer schätzungsweise 11.900 hitzebedingte Todesfälle bekanntgegeben, die sich vor allem auf die Rekordhitze Ende Juni konzentrierten. Besonders gefährdet sind Ältere ab 75 Jahren; unter den Verstorbenen sind mehr Frauen, vermutlich wegen ihres höheren Anteils an der älteren Bevölkerung. Die Daten zeigen: Ab 20°C Wochenmitteltemperatur steigt die Sterblichkeit deutlich an. Ergänzend melden Medien wie die Deutsche Welle und die Zeit, dass Behörden verstärkt auf Schutzmaßnahmen drängen, angesichts möglicher Hitzewellen auch in kommenden Jahren. Städte wie Berlin setzen mittlerweile Hitzeschutzpläne für Risikogruppen und in Wohnheimen durch, wobei an die Versorgung mit Trinkwasser, Schattenplätze und Sensibilisierung appelliert wird. Das Bundesumweltministerium fordert angesichts der Zahlen eine nationale Anpassungsstrategie, um die Folgen der Klimakrise konkreter abzumildern.