Die Debatte um neue Sondersteuern auf Getränke entfacht in der Brauwirtschaft große Sorge. Viele Brauereien – darunter auch traditionsreiche Häuser – stehen bereits wegen steigender Energiekosten, teurer Rohwaren und Logistik sowie sinkender Nachfrage am Rande. Trotz positiver Dynamik bei alkoholfreien Bier- und Getränkeangeboten drohen zusätzliche Steuern und bürokratische Anforderungen vor allem kleine und mittelständische Betriebe schwer zu belasten, was nicht nur betriebswirtschaftliche, sondern auch kulturelle und arbeitsmarktbezogene Folgen hätte. Auf politischer Seite ist die Zuckersteuer eigentlich als Maßnahme gegen Übergewicht und Diabetes gedacht, jedoch zweifeln Branchenvertreter öffentlich an ihrem gesundheitlichen Nutzen in der Praxis. Die aktuelle Branchendynamik verschärft sich weiter: Laut Statistischem Bundesamt sind die Bierabsätze in den letzten Jahren um mehr als 2% jährlich gesunken, und Schätzungen zufolge könnte sich dieser Trend 2024 sogar beschleunigen. Expertenbeiträge in Medien wie der SZ und FAZ betonen zudem, dass die aktuelle Inflation Lebensmittel- und Getränkesektoren besonders hart trifft, da Konsumenten häufiger sparen und zum Discounter greifen. Neue Steuern – so die Mehrheitsmeinung der Verbände – würden die Innovationskraft schmälern, nicht aber nachhaltige gesundheitliche Verbesserungen bringen.