Brauerverband: Sonderabgaben bedrohen Getränkebranche massiv

Die wirtschaftliche Not vieler deutscher Brauereien bringt Holger Eichele vom Deutschen Brauer-Bund auf die Barrikaden. Eine neue Steuer auf Getränke – so der Vorstoß aus der Politik – wäre seiner Ansicht nach ein echter Tiefschlag für den Sektor.

heute 10:59 Uhr | 5 mal gelesen

Deutschlands Brauereiwesen ächzt unter Druck: Kaum vergeht eine Woche ohne Schließung einer Traditionsbrauerei, häufig Familienunternehmen, die oft mehr als ein Jahrhundert überdauert haben. Die Gründe? Klar, der Bierdurst sinkt, gleichzeitig pfeifen Energie, Rohstoffe und Transport auf maximale Preise. Die Konsumlaune ist ohnehin im Keller und Gaststätten kämpfen um ihre Existenz. Holger Eichele sieht die Branche am Limit – was jetzt komme, sei eine weitere Bürde: Politische Pläne einer neuen Steuer (besonders auf zuckerhaltige Getränke) könnten nicht schlechter getimt sein. "Unsere Betriebe haben sich auf den alkoholfreien Bereich gestürzt, nicht nur auf Bier, auch auf andere Erfrischungsgetränke", erklärt Eichele. Genau da würde die Steuer treffen und Innovationen abwürgen. Mehr noch – kleinere und mittlere Betriebe kaptulieren womöglich gleich mit, denn neue Bürokratie und Kosten kommen obendrauf. Eichele zeigt wenig Verständnis: "Diese Steuer verteuert das Leben, lässt niemanden gesünder werden und ist einfach zu viel des Guten." Alkoholfreies Bier sorge zwar für Hoffnungsschimmer, könne den Umbruch aber unmöglich allein stemmen. So der ungeschönte Blick auf die Lage – und ein Appell an die Politik, nicht noch weiter nachzulegen.

Die Debatte um neue Sondersteuern auf Getränke entfacht in der Brauwirtschaft große Sorge. Viele Brauereien – darunter auch traditionsreiche Häuser – stehen bereits wegen steigender Energiekosten, teurer Rohwaren und Logistik sowie sinkender Nachfrage am Rande. Trotz positiver Dynamik bei alkoholfreien Bier- und Getränkeangeboten drohen zusätzliche Steuern und bürokratische Anforderungen vor allem kleine und mittelständische Betriebe schwer zu belasten, was nicht nur betriebswirtschaftliche, sondern auch kulturelle und arbeitsmarktbezogene Folgen hätte. Auf politischer Seite ist die Zuckersteuer eigentlich als Maßnahme gegen Übergewicht und Diabetes gedacht, jedoch zweifeln Branchenvertreter öffentlich an ihrem gesundheitlichen Nutzen in der Praxis. Die aktuelle Branchendynamik verschärft sich weiter: Laut Statistischem Bundesamt sind die Bierabsätze in den letzten Jahren um mehr als 2% jährlich gesunken, und Schätzungen zufolge könnte sich dieser Trend 2024 sogar beschleunigen. Expertenbeiträge in Medien wie der SZ und FAZ betonen zudem, dass die aktuelle Inflation Lebensmittel- und Getränkesektoren besonders hart trifft, da Konsumenten häufiger sparen und zum Discounter greifen. Neue Steuern – so die Mehrheitsmeinung der Verbände – würden die Innovationskraft schmälern, nicht aber nachhaltige gesundheitliche Verbesserungen bringen.

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