Am Donnerstag stellten Vertreter*innen unterschiedlichster Organisationen – vom Umweltschutz bis zur Feuerwehr – ihre Forderungen vor dem Kanzleramt scharf vor. Sie gingen mit der Bundesregierung hart ins Gericht: Angesichts zunehmender Hitzewellen und Klimakatastrophen reiche politisches Schulterzucken längst nicht mehr aus, um Menschen, Natur und Wirtschaft zu schützen. Die Liste der Mitwirkenden liest sich wie ein Querschnitt durch die Zivilgesellschaft: von der Arbeiterwohlfahrt über BUND, Fridays for Future bis zu Greenpeace und kirchlichen Vertretern. Die Forderungen? Mehr als nur symbolische Appelle – es braucht einen koordinierten Hitzeschutzplan auf Bundesebene, eine Änderung des Grundgesetzes, damit Hitzeschutz zur Gemeinschaftsaufgabe wird, sowie verbindliche Investitionen in Klimaanpassung. Und natürlich den Ausstieg aus fossilen Energien. Bemerkenswert: Selbst Organisationen, die sonst selten gemeinsam auftreten, ziehen hier am gleichen Strang. Merz, als Kanzler angesprochen, wurde direkt in die Pflicht genommen: Von 'wir warten mal ab' könne keine Rede mehr sein.
Das gesellschaftliche Klima erhitzt sich nicht nur durch steigende Temperaturen – die Kritik an politischer Untätigkeit nimmt zu. Tatsächlich häufen sich in den Nachrichten Berichte über wachsende Gesundheitsrisiken, sterbende Ernten und überlastete Rettungsdienste – alles Folgen unzureichender Hitzeschutzmaßnahmen. Neu ist hier das breite Bündnis: Es bündelt Kräfte aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Ecken. Interessant ist auch, dass zuletzt immer mehr Städte und Gemeinden eigene Notfall-Hitzeschutzpläne entwickeln, weil von oben wenig koordiniert wird. Zudem liegen laut Medienberichten auf dem Tisch: Vorschläge für grünere Städte, verpflichtende Kühlzonen in Wohnquartieren und landwirtschaftliche Förderprogramme gegen Trockenstress. Brisanz erhält das Thema, weil Deutschland laut aktuellen Prognosen in den nächsten Jahren besonders stark von Extremwetter betroffen sein dürfte.