Bund bringt gemeinsam mit IT-Mittelstand neue Digital-Initiative auf den Weg

Das Digitalministerium und der Databund, ein Zusammenschluss mittelständischer IT-Firmen für den öffentlichen Sektor, wollen künftig enger kooperieren. Ziel: Die Digitalisierung in Verwaltung und Staat spürbar voranbringen – und das Wissen des Mittelstands stärker nutzen.

heute 18:20 Uhr | 4 mal gelesen

Kurz innehalten: Wer Digitalisierung in deutschen Amtsstuben miterlebt hat, kennt das Gefühl, dass irgendwas immer auf der Strecke bleibt – meistens die Praxis. Genau da setzt eine neue Initiative an, die das Bundesdigitalministerium zusammen mit dem Databund gestartet hat. Die Idee dahinter ist relativ simpel, aber längst überfällig: Die Erfahrungen und Lösungen mittelständischer IT-Anbieter sollen direkt in neue Behörden-Dienste, Strukturen und technische Infrastrukturen eingebaut werden, statt erst nach Jahren der Planung zum Abarbeiten am Ende auf die To-Do-Liste zu landen. Laut Staatssekretär Markus Richter will man die Hersteller kommunaler Fachsoftware gezielt einbinden. Die Hoffnung: Bürger und Verwaltung merken die Fortschritte im Alltag, nicht erst im Endjahresbericht. Kritisch gesehen: Es bleibt die Frage, wie offen und flexibel riesige Verwaltungstanker tatsächlich für neue Akteure sind. Der Databund-Vorsitzende Sirko Scheffler unterstreicht die Bedeutung für die mittelständischen Unternehmen selbst: Ihre Expertise könnte das Tempo bei der technisch ohnehin trägen Verwaltung erhöhen – und bessere digitale Angebote für Kommunen und ihre Bürger ermöglichen. (Funfact am Rande: Eine digitale Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung ist laut Presseinfo 'bald verfügbar'. Auch das klingt nach Verwaltung 2024.)

Mit der gestern besiegelten Zusammenarbeit wollen das Bundesdigitalministerium und der Databund einen Anstoß zur beschleunigten Digitalisierung Deutschlands, speziell im Verwaltungsapparat, geben. Mittelständische IT-Firmen sollen künftig nicht mehr außen vor, sondern aktiv an der Entwicklung und Implementierung neuer Strukturen beteiligt werden. Gerade im Schulterschluss mit der Verwaltung könnte so der 'Digitalisierungsstau' aufgelöst werden, wie viele Beobachtende hoffen; gleichzeitig bleibt abzuwarten, inwiefern die administrativen Prozesse tatsächlich flexibel und offen genug für den Input und die Agilität kleiner und mittlerer Unternehmen sind. Erweiterte Fakten: Der Schritt ist Teil der Reaktion auf Deutschlands Rückstand bei der digitalen Verwaltung, wofür oft eine kleinteilige Bürokratie und das Fehlen standardisierter Schnittstellen verantwortlich gemacht werden. Laut Zahlen der Bundesbehörden sind bislang nur rund 40% der Verwaltungsdienstleistungen bundesweit digital zugänglich. Die Initiative setzt auch auf die digitale Souveränität und darauf, europäische Datenschutzstandards zu sichern – was durch die Einbindung inländischer Unternehmen eher garantiert scheint als durch internationale Großkonzerne. Jüngst wurden zudem mehrere Digitalprojekte, wie die Einführung von 'Once Only' (einmalige Dateneingabe) und digitaler Identitäten, als Schlüsselprojekte benannt, bei denen gerade der Mittelstand mit seinem Know-how punkten könnte.

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