Gut, zugegeben: Daten gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Und genau da – so erzählt es Tim Steidten, Kaderplaner des 1. FC Köln – kommt künstliche Intelligenz ins Spiel. 'Das größte Problem ist nicht, an Informationen zu kommen, sondern darin, sie zu sortieren', verrät er im Gespräch mit Sky Sport. Im Alltag nimmt KI ihm längst Routineaufgaben ab und filtert die schier endlosen Datensätze. Doch am Ende steht immer noch der Mensch im Mittelpunkt: Charakter, Mentalität, diese Dinge lassen sich (noch?) nicht in Spalten pressen. Außerdem, ein Punkt der oft untergeht: Die Scouts werfen beim ersten Abtasten noch keinen Blick aufs Budget. Das Finanzielle landet erst später auf dem Tisch, wenn klar wird: Dieser Spieler könnte sportlich tatsächlich passen. So bleibt trotz datenbasierter Welt immer Platz für Menschenkenntnis, Bauchgefühl – und womöglich den einen oder anderen Glücksgriff. Perfekte Werte auf dem Papier helfen wenig, wenn menschlich der Funke nicht überspringt.
Steidten schildert, wie KI die täglichen Aufgaben eines Kaderplaners enorm vereinfacht, vor allem weil sie dabei hilft, riesige Datenmengen sinnvoll zu durchsieben. Trotzdem betont er, dass persönliche Gespräche und zwischenmenschliche Aspekte weiterhin ausschlaggebend sind: Ein Spieler bleibt immer mehr als die Summe seiner Werte. Interessant: Bei der Spielersuche steht nicht sofort die Finanzierbarkeit im Fokus, sondern Sportlichkeit und Persönlichkeit. Inzwischen nutzen viele Vereine KI-basierte Tools zur Verletzungsprävention, Leistungsanalyse oder sogar Talentprognose – aber die finale Entscheidung, ob ein Transfer gelingen könnte, fällt selten ohne den berühmten Blick hinter die Zahlenkulissen. Überdies wächst branchenweit die Debatte, wie ethisch sauber oder langfristig nachhaltig KI-gestützte Scouting-Methoden überhaupt sind: Datenschutz und Fairness rücken zunehmend in den Vordergrund.