Erneuter Schusswechsel sorgt für Angst in Kreuzberg

Schon wieder Schüsse mitten in Berlin-Kreuzberg: Am Freitagabend hallten laute Knalle durchs Herz des Graefekiez. Die Polizei rückte mit zahlreichen Kräften an – die Sorgen in der Nachbarschaft wachsen.

heute 21:39 Uhr | 2 mal gelesen

Der Graefekiez in Berlin-Kreuzberg kommt nicht zur Ruhe. Unlängst wurde ein 23-Jähriger auf offener Straße beschossen – ganz normaler Gehweg, eigentlich. Schwer verletzt blieb er zurück, seine Begleitung stand, wie so oft bei solchen Geschichten, unter Schock, die Täter? Verschwunden. Im Mai bekam die 7. Mordkommission den Fall auf den Tisch. Kein Einzelfall: Kaum war jenes Attentat geschehen, folgte der nächste Vorfall im gleichen Viertel – ein Unbekannter auf einem E-Scooter schoss plötzlich auf ein vorbeifahrendes Auto. Die Unruhe weitete sich aus: Auch im Bereich Urbanstraße, Richtung Hermannplatz, und sogar vor einer Bar in Reinickendorf fielen in jüngster Vergangenheit Schüsse. Für die Leute vor Ort fühlt sich das an, als würde die Stadt einen Krimi durchleben, bei dem niemand weiß, wo die nächste Szene beginnt.

Im Graefekiez häufen sich die Meldungen über Schusswaffengebrauch: Neben dem jüngsten Vorfall ist eine Serie ähnlicher Zwischenfälle dokumentiert, die Anwohner und Behörden gleichermaßen beunruhigen. Der Hintergrund der Taten bleibt oft unklar, was Raum für Gerüchte – und zusätzliche Verunsicherung – lässt. Die Polizei intensiviert ihre Streifen im Viertel, doch bislang fehlt von den Tätern jede Spur und über die Motive wird weiterhin spekuliert. Ein genauer Zusammenhang zwischen den einzelnen Ereignissen ist bisher nicht bewiesen, doch einige Stimmen deuten auf mögliche Konflikte im Milieu oder sogar organisiertes Verbrechen hin. Interessant ist dabei, dass viele Anwohner einerseits besorgt, andererseits aber auch ein wenig abgestumpft auf die Berichterstattung reagieren – denn die ständigen Störungen gehören für manche schon fast zur Kulisse des Kiezes.

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