Ab 2027 sollen Steuerzahler entlastet werden: Finanzministerium bringt Reformplan auf den Weg

Die Bundesregierung will mit einer zweistufigen Steuerreform ab 2027 spürbare Entlastungen für viele Bürgerinnen und Bürger erreichen.

heute 21:59 Uhr | 3 mal gelesen

Laut einem Bericht der „Bild“, der einen Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zitiert, könnte es ab 2027 durch die geplante Steuerreform zunächst zu Steuermindereinnahmen in Höhe von rund drei Milliarden Euro kommen. Im Folgejahr würden sich diese Mindereinnahmen laut Schätzung auf etwa sieben Milliarden Euro summieren – insgesamt rechnet das Ministerium im Vergleich zu 2026 also mit einer Entlastung in der Größenordnung von etwa zehn Milliarden Euro. Die Reform ist in zwei Schritten geplant: 2027 soll der Grundfreibetrag um 216 Euro steigen, der Kinderfreibetrag erhöht sich um 300 Euro, beim Kindergeld gibt es ein Plus von acht Euro pro Monat und Kind. Auch die sogenannte Reichensteuer wird angepasst – ab einem Einkommen von 250.000 Euro greift künftig ein Satz von 45 Prozent, ab 280.000 Euro sogar 47 Prozent. Im Jahr 2028 wird der Grundfreibetrag erneut um 336 Euro steigen, das Kindergeld um weitere fünf Euro. Ursprünglich war allein für den Abbau der „kalten Progression“ eine Entlastung von rund sieben bis acht Milliarden Euro angepeilt, doch nun spricht die Regierung für das Jahr 2028 von jährlichen Entlastungen in Höhe von zehn Milliarden Euro.

Der vorgelegte Referentenentwurf zur Steuerreform ab 2027 sieht erhebliche steuerliche Entlastungen für breite Teile der Bevölkerung vor – insbesondere durch die Anhebung von Grund- und Kinderfreibetrag sowie Kindergeld in zwei Reformstufen. Gleichzeitig wird mit einer weiteren Progression bei besonders hohen Einkommen gerechnet (Erhöhung der sogenannten Reichensteuer). Die Diskussionen um die kalte Progression und die Verteilungswirkung sorgen allerdings weiterhin für politischen Streit; während Koalitionsvertreter die spürbare Entlastung betonen, äußern Kritiker aus Gewerkschaften und Sozialverbänden Bedenken bezüglich etwaiger negativer Auswirkungen auf die Staatsfinanzen und die soziale Ausgewogenheit. Neue Entwicklungen aus anderen Quellen ergänzen den Diskurs: Die „Süddeutsche Zeitung“ verweist auf die Unsicherheit angesichts weiterhin hoher Haushaltsdefizite in Bundes- und Landeshaushalten und fordert stärkere Maßnahmen gegen Steuervermeidung bei Großunternehmen. Auf „taz.de“ wird vor einer Verschärfung sozialer Gegensätze durch zu starke Entlastungen für Besserverdienende gewarnt. Laut einem aktuellen Beitrag von „Spiegel Online“ geht die Debatte auch um die Frage, ob die Steuerstruktur künftig stärker an Nachhaltigkeitszielen wie Klimaschutz ausgerichtet werden müsse.

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