Der vorgelegte Referentenentwurf zur Steuerreform ab 2027 sieht erhebliche steuerliche Entlastungen für breite Teile der Bevölkerung vor – insbesondere durch die Anhebung von Grund- und Kinderfreibetrag sowie Kindergeld in zwei Reformstufen. Gleichzeitig wird mit einer weiteren Progression bei besonders hohen Einkommen gerechnet (Erhöhung der sogenannten Reichensteuer). Die Diskussionen um die kalte Progression und die Verteilungswirkung sorgen allerdings weiterhin für politischen Streit; während Koalitionsvertreter die spürbare Entlastung betonen, äußern Kritiker aus Gewerkschaften und Sozialverbänden Bedenken bezüglich etwaiger negativer Auswirkungen auf die Staatsfinanzen und die soziale Ausgewogenheit. Neue Entwicklungen aus anderen Quellen ergänzen den Diskurs: Die „Süddeutsche Zeitung“ verweist auf die Unsicherheit angesichts weiterhin hoher Haushaltsdefizite in Bundes- und Landeshaushalten und fordert stärkere Maßnahmen gegen Steuervermeidung bei Großunternehmen. Auf „taz.de“ wird vor einer Verschärfung sozialer Gegensätze durch zu starke Entlastungen für Besserverdienende gewarnt. Laut einem aktuellen Beitrag von „Spiegel Online“ geht die Debatte auch um die Frage, ob die Steuerstruktur künftig stärker an Nachhaltigkeitszielen wie Klimaschutz ausgerichtet werden müsse.
heute 21:39 Uhr