Wie aus den aktuellen Meldungen von RTL und ntv hervorgeht, hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa zu Wochenbeginn etwa 1.000 Menschen telefonisch befragt – die Fragestellung drehte sich darum, ob jemand mit oder ohne politische Erfahrung an die Spitze der Republik sollte. Überraschend klar positionieren sich 46 Prozent für Erfahrung im politischen Zirkus. Gleichzeitig sehen aber 31 Prozent einen Vorteil darin, wenn jemand mit frischer, unpolitischer Perspektive das Amt übernimmt – vielleicht ein leiser Ruf nach mehr Authentizität oder Distanz zur oft kritisierten Politblase? 20 Prozent wiederum scheint das alles herzlich egal zu sein, was eine gewisse Ernüchterung oder Resignation erahnen lässt.
Interessant sind die Parteipräferenzen: SPD-Freunde wollen überwiegend einen klassischen Politiker (70 Prozent), bei der Union stimmt man ähnlich ab, etwas abgeschwächt (54 Prozent). Die Sympathisanten der Linkspartei (43 Prozent) und auch der AfD (40 Prozent) machen dagegen mehrheitlich einen Haken hinter „Neuanfang, bitte!“. Warum nun solche Unterschiede – Misstrauen gegen etablierte Strukturen? Oder einfach ein Wunsch nach frischem Wind? Schwer zu sagen, aber das Thema polarisiert offensichtlich.
Rund 46 Prozent der Deutschen bevorzugen laut einer aktuellen Forsa-Umfrage jemanden mit politischer Erfahrung als Bundespräsidenten. Mit fast einem Drittel gibt es aber auch beachtlich viele Bürger, die lieber frischen Wind und neue Perspektiven aus anderen Lebensbereichen im höchsten Staatsamt hätten. Die Diskrepanz zwischen den Parteianhängern ist dabei auffällig: Während SPD- und Unionsanhänger eher für erfahrene Politiker votieren, wünschen sich Linke und AfD-Anhänger häufiger einen Bundespräsidenten außerhalb der politischen Elite.
Zusätzlich berichten mehrere Quellen aktuell über gestiegene Erwartungen an politische Ämter und sogar ein leichtes Unbehagen in der Bevölkerung mit der heutigen politischen Kultur. Insbesondere nach jüngsten gesellschaftspolitischen Debatten, etwa um Demokratieverständnis und Parteienstreit, wird die Sehnsucht nach glaubwürdigen Persönlichkeiten mit Erfahrung oder alternativ mit „frischem Blick von außen“ lauter.