Forsa-Umfrage: Fast jede*r Zweite sieht Merkel als taugliche Bundespräsidentin

Angela Merkel gilt einer frischen Forsa-Umfrage zufolge für viele Deutsche als geeignete Kandidatin fürs Bundespräsidentenamt – dennoch bleiben die Meinungen darüber geteilt.

heute 18:10 Uhr | 3 mal gelesen

Na gut, also knapp die Hälfte der Befragten – genauer gesagt 47 Prozent – meinen, ja, Angela Merkel könnte (oder sollte?) Bundespräsidentin werden. Fast genauso viele, nämlich 48 Prozent, winken ab oder rollen vielleicht bei dieser Vorstellung innerlich mit den Augen – ist halt Geschmackssache, Politik eben. Interessant auch die Unsicherheit: Fünf Prozent wissen dazu nichts zu sagen oder kennen Merkel offenbar gar nicht. Das lässt sich irgendwie kaum vorstellen… Naja. Auf die weiteren Plätze der Eignungsliste schieben sich die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner mit 26 Prozent und – Überraschung – Hape Kerkeling (24 Prozent). Dann kommen Klöckner (20 Prozent), Kramp-Karrenbauer (19 Prozent) und Söder (18 Prozent), wobei sich schon die Frage stellt: Wer hätte das wirklich erwartet? Mehr als ein Drittel (36 Prozent) kennen Ilse Aigner nicht gut genug oder äußern keine Meinung, bei Boris Rhein sind es sogar 62 Prozent – das ist schon ein Wort. Parteipräferenzen spielen natürlich eine große Rolle: Besonders Sympathisanten der CDU/CSU (55 Prozent), aber auch viele aus SPD, Grünen und Linken, stehen hinter Merkel. Bei der AfD sind es lediglich 23 Prozent. Hape Kerkeling kommt, was schon ein wenig witzig ist, vor allem bei Anhänger*innen der Linken (47 Prozent) als Option infrage. Die Umfrage basiert auf den Angaben von 1.000 Menschen, die Forsa Anfang August befragt hat. Ehrlich, diese Zahlen sagen ebenso viel über die Kandidat*innen wie über die Sehnsüchte und Vorbehalte der Deutschen aus.

Die aktuelle Forsa-Erhebung beleuchtet nicht nur die Popularität Angela Merkels im Kontext des Bundespräsidentenamts, sondern offenbart auch große Unterschiede bei der Wahrnehmung anderer potenzieller Kandidat*innen. Interessant ist Merkels hohe Zustimmungsrate besonders bei Parteien jenseits ihrer CDU-Heimat, was wohl mit ihrem Image als staatstragende Krisenmanagerin und als Symbol für Stabilität zusammenhängt, das – trotz aller politisch-inhaltlichen Differenzen – von vielen geschätzt wird. In Medien und Politik werden allerdings auch Stimmen lauter, die grundsätzlich kritisch auf die personelle Reduktion solcher hohen Ämter auf bekannte Gesichter schauen und fragen, in wie fern Repräsentanz, Integrität und Demokratieverständnis nicht entscheidender sein sollten als reine Beliebtheit oder Bekanntheitsgrad. Der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin nimmt in Deutschland vor allem repräsentative Aufgaben wahr und steht oft für die „moralische Instanz“ des Landes; Merkels präsidiales Auftreten wird hier natürlich breit diskutiert – gleichzeitig besteht angesichts der Polarisierung im Land Skepsis, ob eine Ex-Kanzlerin tatsächlich die gesamte Bevölkerung „versöhnen“ könnte. Laut neuesten Berichten in verschiedenen Medienportalen werden angesichts des fortgesetzten Vertrauensverlusts in etablierte Politik weiter Diskussionen über die Erneuerung repräsentativer Ämter lauter. Es wird zudem diskutiert, ob ein*e Bundespräsident*in aus völlig anderen Berufsfeldern – ähnlich wie Hape Kerkeling – frischen Geist und einen unverbrauchten Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen bringen könnte.

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