Die aktuelle Forsa-Erhebung beleuchtet nicht nur die Popularität Angela Merkels im Kontext des Bundespräsidentenamts, sondern offenbart auch große Unterschiede bei der Wahrnehmung anderer potenzieller Kandidat*innen. Interessant ist Merkels hohe Zustimmungsrate besonders bei Parteien jenseits ihrer CDU-Heimat, was wohl mit ihrem Image als staatstragende Krisenmanagerin und als Symbol für Stabilität zusammenhängt, das – trotz aller politisch-inhaltlichen Differenzen – von vielen geschätzt wird. In Medien und Politik werden allerdings auch Stimmen lauter, die grundsätzlich kritisch auf die personelle Reduktion solcher hohen Ämter auf bekannte Gesichter schauen und fragen, in wie fern Repräsentanz, Integrität und Demokratieverständnis nicht entscheidender sein sollten als reine Beliebtheit oder Bekanntheitsgrad. Der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin nimmt in Deutschland vor allem repräsentative Aufgaben wahr und steht oft für die „moralische Instanz“ des Landes; Merkels präsidiales Auftreten wird hier natürlich breit diskutiert – gleichzeitig besteht angesichts der Polarisierung im Land Skepsis, ob eine Ex-Kanzlerin tatsächlich die gesamte Bevölkerung „versöhnen“ könnte. Laut neuesten Berichten in verschiedenen Medienportalen werden angesichts des fortgesetzten Vertrauensverlusts in etablierte Politik weiter Diskussionen über die Erneuerung repräsentativer Ämter lauter. Es wird zudem diskutiert, ob ein*e Bundespräsident*in aus völlig anderen Berufsfeldern – ähnlich wie Hape Kerkeling – frischen Geist und einen unverbrauchten Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen bringen könnte.