Für Luigi Pantisano zählt im politischen Alltag vor allem, was am Ende bei den Menschen ankommt – so beschreibt er selbst seinen Ansatz. Trotz teils deutlicher Differenzen und einem ziemlich harschen Vergleich vor ein paar Wochen, der viel Staub aufwirbelte, möchte er die Türen zur CDU nicht zuschlagen. "Vor Ort funktioniert die Zusammenarbeit in vielen Kommunen längst, da wird nicht ewig um Worte gefeilscht, sondern an Problemen gearbeitet", so Pantisano gegenüber der "Rheinischen Post". Sein Ziel: Das Leben der Leute besser machen, jenseits von Parteidenken. Die der CDU einst vorgeworfene Nähe zu rechtspopulistischen Positionen bezeichnete Pantisano inzwischen als Fehler, für den er um Nachsicht bat. Die Entschuldigung steht – und jetzt, wo in Sachsen-Anhalt möglicherweise neue politische Bündnisse gefragt sind, scheint sich der Blick wieder mehr auf das Miteinander als das Gegeneinander zu richten. Abseits perfekter Kompromisse klingt da ein klarer Appell: Wer wirklich verhindern will, dass die AfD ins Zentrum der Macht rückt, dürfe sich nicht an Nebensätzen und alten Wunden aufhalten – das Tagesgeschäft verlange einen gewissen Pragmatismus, gerade, wenn Mehrheiten ohnehin nur noch gemeinsam zu stemmen sind.
Pantisano, Co-Vorsitzender der Linken, rückt nach heftiger Kontroverse von seiner pauschalen CDU-Kritik ab und plädiert für pragmatische Zusammenarbeit, gerade auf kommunaler Ebene. Sein Blick ist dabei fest auf gemeinsame Lösungen gegen Rechtsextremismus gerichtet. Aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl Mehrheitsbildungen ohne die AfD immer schwieriger werden – ein Motiv für neue Gespräche zwischen Linken und Christdemokraten.
Ergänzend: In mehreren Medien wurde berichtet, wie die politischen Fronten zwischen Linken, CDU und AfD zunehmend verhärtet erscheinen, während auf kommunaler Ebene praktische Lösungen oft die Ideologie in den Hintergrund drängen. Die CDU zeigte sich bislang in Teilen skeptisch gegenüber einer offizielleren Kooperation, auch aus Furcht vor innerparteilichem Widerstand und der Reaktion der eigenen Wählerschaft. Zugleich mehren sich Stimmen, die ein „übergreifendes Bündnis der Demokraten“ fordern, um ein weiteres Vordringen rechtsextremer Kräfte in ostdeutschen Landtagen zu verhindern.