Streit um Rente: Ökonom Rocholl geht auf Konfrontationskurs mit Ost-Ministerpräsidenten

Der Wirtschaftsprofessor und Rentenkommissionsmitglied Jörg Rocholl wirft ostdeutschen Regierungschefs im aktuellen Rentenstreit mangelnde Sachkenntnis und realitätsferne Argumente vor. Laut Rocholl führt das Festhalten an der Rente mit 63 zu schwerwiegenden finanziellen Nachteilen – gerade auch für Ostdeutsche.

vor 49 Minuten | 3 mal gelesen

Jörg Rocholl, ein Mann mit Kerndisziplin und klarer Kante, lässt in diesem Streit wenig Raum für Interpretationen: Das Festhalten der ostdeutschen Ministerpräsidenten an der Rente mit 63 sei nicht nur unklug, sondern schlichtweg falsch. "Eigentlich müssten gerade die Politiker im Osten ein Interesse daran haben, die Rente mit 63 abzuschaffen!", moniert Rocholl, dessen Tonfall zwischen nüchterner Analyse und leiser Verärgerung schwankt. Sein Argument ist verblüffend einfach und gerade deshalb kaum zu entkräften: Die Abschaffung der Rente mit 63 würde Jahr für Jahr etwa zehn Milliarden Euro einsparen. Diese Summe stünde dann für den Aufbau der geplanten Kapitalrente zur Verfügung – ein neuer finanzieller Baustein, der angeblich ausgerechnet denen helfen soll, die die Ost-Ministerpräsidenten zu schützen versuchen. Ohne diese 10 Milliarden, so Rocholl weiter, würde das Fundament der Kapitalrente bröckeln, und zwar massiv. Dabei, so betont er, könnten ausgerechnet die Menschen im Osten von den höheren Auszahlungen dieser neuen Rente profitieren. Kurz, Rocholl hält das aktuelle Veto einiger Landesfürsten aus dem Osten nicht nur für inkonsequent, sondern sogar für kontraproduktiv. Was er dabei allerdings auch einräumt, wenn auch nur indirekt: Politische Entscheidungen in der Rentenfrage sind selten rein ökonomisch getrieben. Es geht um Identität, Wählerstimmen, historische Erfahrungen. Vielleicht – das bleibt Rocholls Jargon fremd, aber man kann es zwischen den Zeilen lesen – geht es manchmal weniger um Zahlen als um Gefühl, Bauch und nostalgische Rückblicke auf ostdeutsche Biografien. Ein Thema, das typisch deutsch ist: Zahl und Zeitgeist, Kopf und Herz im Dauerclinch.

Im aktuellen Rentenstreit positioniert sich der renommierte Ökonom Jörg Rocholl deutlich gegen die ostdeutschen Ministerpräsidenten und deren Forderung, die Rente mit 63 beizubehalten. Er argumentiert, dass die durch eine Abschaffung eingesparten Mittel von jährlich etwa zehn Milliarden Euro gezielt in die geplante Kapitalrente investiert werden könnten, die besonders auch ostdeutschen Bürgern zugutekäme. Dabei hebt er hervor, dass finanzielle Nachhaltigkeit und gerechte Verteilung wichtiger seien als nostalgisch motivierte Sonderregelungen – allerdings verschweigt er nicht, dass Rentenpolitik stets von Emotionen, nicht nur von Fakten geprägt ist. **Zusätzliche Details aus aktueller Recherche:** Laut aktuellen Berichten in der Süddeutschen Zeitung sorgt die Debatte um die Rentenpolitik für deutliche Spannungen zwischen Bund und Ländern; gerade ostdeutsche Landesregierungen beklagen, zu wenig Gehör für ihre spezifischen historischen Herausforderungen zu bekommen. Die Diskussion um die Kapitalrente bleibt unterdessen umstritten: Viele Expert:innen loben den Ansatz, langfristig mehr Kapital für die Altersvorsorge aufzubauen, während Kritiker:innen befürchten, dass damit soziale Ungleichheiten verstärkt werden könnten. Mehrere Medien weisen darauf hin, dass das Thema Rente im Osten ein emotionales Minenfeld bleibt – viele Betroffene sehen die Rente mit 63 auch als späte Anerkennung für gebrochene Erwerbsbiografien während und nach der Wende.

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