Das Statistische Bundesamt legte Zahlen vor, die wenig Spielraum zur Interpretation lassen: Mit etwa 42.700 weniger Geförderten als 2024 schrumpfte die Empfängerbasis um rund sieben Prozent. Seit dem Höhepunkt 2012 – damals fast eine Million Unterstützte – hat sich die Entwicklung gedreht, einzig in den Jahren 2022 und 2023 gab es einen kurzen Anstieg. Derartig wenig BAföG-Beziehende wie 2025 gab es zuletzt zur Jahrtausendwende. Gleichzeitig gingen die Ausgaben des Bundes für BAföG um vier Prozent zurück und sanken auf 3 Milliarden Euro.
2025 bezogen 443.100 Studierende Förderung – ein Rückgang um 8 %, bei den Schülern fiel das Minus mit 1,6 % geringer aus. Auffällig bleibt der hohe Frauenanteil unter den Empfängern: 60 zu 40 – deutlich mehr Frauen als Männer profitieren. Auch beim Geld pro Monat zeigt sich ein leichter Anstieg: Im Schnitt erhielten Studierende 682 Euro, das bedeutet einen Zuwachs von 25 Euro. Bei den geförderten Schülern betrug der monatliche Durchschnitt 552 Euro, 13 Euro mehr als 2024. Die Höhe der Hilfe hängt von vielen Faktoren ab: Art der Ausbildung, Wohnsituation und vor allem vom Einkommen – das eigene und das der Eltern.
Mit der BAföG-Reform 2024 gab es nicht nur mehr Geld, sondern auch neue Möglichkeiten. Das sogenannte Flexibilitätssemester erlaubt nun einmalig ein zusätzliches gefördertes Semester: Immerhin 33.700 nutzten das 2025. Außerdem führte die Studienstarthilfe einen einmaligen Zuschuss von 1.000 Euro ein, speziell für Studienanfänger, die bis dato bestimmte Sozialleistungen bekommen haben. Über 11.600 junge Menschen profitierten davon – meist solche, die vor dem Studium Leistungen nach SGB II bezogen hatten.
Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl der BAföG-Empfänger in Deutschland weiter gesunken. Wesentliche Gründe sind laut aktuellen Medien und Expert*innen die gestiegenen Wohn- und Lebenshaltungskosten, die BAföG-Fördersätze steigen nicht im gleichen Tempo – viele Studierende und Schüler durchbrechen damit die Fördergrenzen. Hinzu kommen ein komplexes Antragsverfahren und mangelnde Information, was viele potenziell Berechtigte abschreckt und gleichzeitig hochschulpolitisch für wachsenden Druck sorgt. Von der 2024 beschlossenen Reform mit höheren Bedarfssätzen und neuen Förderinstrumenten wie dem Flexibilitätssemester oder der Studienstarthilfe profitieren bislang vergleichsweise wenige, Studio-Organisationen und Gewerkschaften halten die Neuerungen für unzureichend.
Recherchen zeigen: Aktuell gibt es zahlreiche Aufrufe von Studierendenvertretungen und Sozialverbänden an die Bundesregierung, das BAföG weiter zu öffnen und Hürden abzubauen, insbesondere für Elternlose, Geflüchtete oder Menschen aus prekären Verhältnissen. Forderungen nach einer grundlegenden Reform inklusive einer teilweisen Abschaffung der elternabhängigen Berechnung werden lauter. Auch die Wirkung der Studienstarthilfe wird diskutiert: Einige Expert*innen sehen darin einen wichtigen Einstieg, andere monieren jedoch, dass die Zahl der Nutznießer gering sei und strukturelle Probleme ungelöst blieben.