Die Deutsche Bahn will beim Thema Sicherheit Nägel mit Köpfen machen – zumindest ist das der Plan, wenn ab Mitte Oktober das Alkoholverbot an allen Bahnstationen Wirklichkeit wird. Alexander Throm von der CDU findet den Schritt richtig, aber er bleibt skeptisch: Was nützen schärfere Regeln, wenn niemand da ist, der sie kontrolliert? Auch SPD-Mann Sebastian Fiedler sieht die Sache ähnlich. 'Ein Verbot ist nur dann sinnvoll, wenn die Bahn ihre Sicherheitskräfte deutlich aufstockt,' meint er. Die AfD dagegen hält das Vorhaben für machbar – schließlich funktioniert das Rauchverbot an Bahnhöfen meist auch. Regionalzüge könnten bald ebenfalls zu alkoholfreien Zonen werden, so der Vorschlag. Die Linke wiederum hält wenig von der Maßnahme. Für sie ist das Alkoholverbot eher ein Symbol dafür, dass die Bahn die eigentlichen Probleme – Personalnot, heruntergewirtschaftete Bahnhöfe – nur überkleistert. 'Es wird schon wieder auf den Rücken der Mitarbeitenden ausgetragen,' gibt Luke Hoß zu bedenken. Auch von Polizeigewerkschaften kommt Druck: Heiko Teggatz fordert, dass die Bahn selbst bei den Kontrollen die Hauptrolle spielt. Erst wenn sich jemand uneinsichtig zeigt, sei die Polizei gefragt – und schon jetzt fehlen dort nach seiner Schätzung über 3.000 Kräfte. Dennoch befürwortet er die Maßnahme grundsätzlich, da Alkohol häufig zu Problemen, manchmal sogar zu handfesten Gewaltszenen führe. Polizeigewerkschafter Andreas Roßkopf schlägt in die gleiche Kerbe: Zwar sei die Personallage knifflig, aber mit etwas Mühe könne die Polizei unterstützen. Roßkopf zieht Beispiele heran: In Städten wie München, Frankfurt und Hamburg hat sich mit Alkoholverboten tatsächlich etwas am Kriminalitätsniveau getan – Straftaten seien zurückgegangen. Dennoch bleibt das alles eine Frage der Organisation ... und letztlich auch der Verhältnismäßigkeit.
Die geplante Einführung eines Alkoholverbots an rund 5.400 deutschen Bahnhöfen ab Oktober hat eine Welle politischer und gesellschaftlicher Debatten ausgelöst. Während Union, SPD und die Polizeigewerkschaften die Bahn auffordern, deutlich mehr eigenes Sicherheitspersonal einzusetzen und die Polizei nur als letztes Mittel zu nutzen, warnen Kritiker wie die Linke vor einer weiteren Belastung der Bahnmitarbeitenden und einem 'Symptompflaster' statt echter Problemlösung. In Städten mit Alkoholverboten an Bahnhöfen wie München oder Frankfurt sind nachweislich die Gewaltdelikte gesunken, gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie gut sich ein landesweites Verbot tatsächlich überwachen und durchsetzen lässt – auch, weil nach einem Bericht der Gewerkschaft der Polizei im Bundesbereich bundesweit rund 3.500 Polizeikräfte fehlen. Aus aktuellen Artikeln der „Süddeutschen Zeitung“ und „Die Zeit“ geht hervor, dass die Maßnahme auf breite Zustimmung, aber auch kritische Stimmen in der Zivilgesellschaft stößt, besonders in Hinblick auf mögliche Verdrängungseffekte und die Rolle der Deutschen Bahn als Ordnungsinstanz. Ein weiterer Aspekt betrifft die aktuelle Bahnhofs-Infrastruktur: Oftmals mangelt es an ausreichend Aufenthaltsbereichen oder Sozialangeboten, um präventiv zu wirken. In den letzten 48 Stunden gab es zahlreiche journalistische Analysen, die den gesellschaftlichen Hintergrund und bisherige Erfahrungen mit ähnlichen Verboten in Deutschland und Nachbarländern beleuchten. Die Frage, wie effektiv Alkoholverbote ohne zusätzliche, nachhaltige Investitionen in Bahnhofsstrukturen und Sozialarbeit sind, wird dabei immer wieder hervorgehoben.